Lenzburg
Bushaltestelle bleibt da, wo sie ist – keine Verlegung an Zeughausstrasse

Der Einwohnerrat pfeift den Stadtrat zurück: Die Zeughausstrasse kann saniert werden, doch die Bushaltestelle bleibt weiterhin am heutigen Standort Hallwilstrasse bestehen.

Ruth Steiner
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Die Zeughausstrasse beim Lenzhard-Campus (rechts) wird ohne Verlegung der Bushaltestelle saniert.

Die Zeughausstrasse beim Lenzhard-Campus (rechts) wird ohne Verlegung der Bushaltestelle saniert.

Fritz Thut

Die Vorlage verlangte, mit der Sanierung der Zeughausstrasse (Abschnitt Hallwilstrasse bis Ringstrasse) die Bushaltestelle von der Hallwilstrasse in die Zeughausstrasse zu verlegen. Dieses Ansinnen stützte sich auf das Anliegen von Eltern, bei der Schaffung der Schulstandortzentren für mehr Schulwegsicherheit zu sorgen.

Heute präsentiert sich die Situation für den öffentlichen Verkehr wie folgt: Wer mit dem Bus zum Schulhaus Lenzhard fährt, muss nach dem Aussteigen an der Haltestelle Hallwilstrasse die Zeughausstrasse überqueren. «Der direkte Zugang zum Schulareal fehlt. Ebenso wie ein Zebrastreifen», sagte Tobias Ammann (FDP) als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK). Ein sicherer Weg zum Schulhaus sei nicht gewährleistet. Von den Verbesserungsmöglichkeiten habe der vorliegende Antrag habe am meisten überzeugt. Grossmehrheitlich, so sagte Ammann, habe die GPFK dem Projekt zugestimmt. Aber eben nicht alle.

Vergeblicher Rettungsversuch

Dem Geschäft erwuchs erfolgreich Opposition aus den eigenen Reihen. Mit seinem Änderungsantrag, den Status quo beizubehalten, kippte Kommissions-Präsident Marcel Spörri (EVP) das von seinen Kollegen zur Annahme empfohlene Geschäft gleich selber. Spörri erachtete die Vorlage als unverhältnismässig: «Die ‹gefährliche› Haltestelle wird von der Linie 391 vom Bahnhof her nur zweimal pro Stunde angefahren.» Für Schüler, die ins Oberstufenzentrum wollten, kämen nur zwei Zeiten pro Tag in Frage. «Erfahrungsgemäss wird der Bus von einer Anzahl Schüler genutzt, die an einer Hand abgezählt werden können.» In der zweistufigen Abstimmung, in der die Vorlage und der Änderungsantrag einander gegenübergestellt wurden, obsiegte Letzterer mit 22 Stimmen, 13 votierten für die stadträtliche Vorlage. Zuvor hatte Stadtammann Daniel Mosimann mit einem Appell versucht, das Geschäft zu retten. «Der Stadtrat nimmt den Auftrag, für mehr Schulsicherheit zu sorgen, ernst.» Es werde derzeit auch ein Abstimmen des Busfahrplans auf die bestehenden Schulzeiten geprüft – zumindest zu gewissen Zeiten.

Doch mit 33 Ja und 4 Enthaltungen stimmte der Rat dem Änderungsantrag Spörris zu. Die Bushaltestelle bleibt am heutigen Standort Hallwilstrasse. Der Verpflichtungskredit wurde um 15 000 Franken, die Kosten für die Verlegung der Haltestelle, auf 277 000 Franken gekürzt.