Lenzburg
Bus-Poller-Crash: «Die aktuelle Lösung ist nicht das Gelbe vom Ei»

Der Vorfall, bei dem am Montag in Lenzburg zwei Busse von hochfahrenden oder herausragenden Pollern massiv beschädigt wurden, hat die Diskussion um die versenkbaren Sperren neu entfacht. Die Zwischenfälle zeigten, dass man nun reagieren müsse.

Fritz Thut
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Ein Bus der RBL fährt über den Lenzburger Hypiplatz, plötzlich kommts zu einem Knall: Der Poller, der in der Regel den Weg für die Busse freigibt, schliff 15 Meter den Unterboden entlang und schlitzte die Ölwanne des Busses auf. Der Bus kam zum Stillstand und musste abgeschleppt werden (wir berichteten).

«Die Zwischenfälle zeigen, dass die aktuelle Lösung nicht das Gelbe vom Ei ist», hält der für Verkehrsbelange zuständige Lenzburger Stadtrat Martin Steinmann fest.

Wegen eines Auslandaufenthaltes noch nicht mit allen Details betraut, will sich Steinmann nicht zum aktuellen Vorfall äussern, hofft jedoch, dass man den Zwischenfall zum Anlass nimmt, die Situation bei diesem Altstadtzugang zu überdenken: «Die Poller müssen thematisiert werden.»

Stadtrat Steinmann macht kein Geheimnis aus der Tatsache, dass er «persönlich kein Anhänger der Poller» ist: Die vielen Zwischenfälle würden zeigen, dass die aktuelle Lösung «nicht das Gelbe vom Ei» sei.

Er bringt als mögliche Alternative steuerbare Barrieren ins Spiel. «Die sind besser sichtbar und wären bei einer allfälligen Reparatur auch billiger.»

Während bisher vor allem gewöhnliche Autos, deren Lenker unmittelbar hinter Bussen das Fahrverbot missachteten, von hochfahrenden Pollern aufgebockt und teilweise massivst beschädigt wurden, erwischte es diese Woche erstmals mehrere öffentliche Busse.

Durch kurzzeitiges Versenken machen die Poller für diese, einzig erlaubten Fahrzeuge, die Durchfahrt frei.

Durch die Verquickung verschiedener unglücklicher Umstände und Unachtsamkeit von Chauffeuren wurden zwei Busse unterschiedlich stark beschädigt.

«Der Hybridbus bleibt sicher zwei bis drei Wochen in der Werkstatt schätzt RBL-Geschäftsführer René Bossard die Reparaturzeit ein.

Oder doch Überwachungskameras?

Etwa gleich lang dauert es laut Christian Brenner, dem Abteilungsleiter Tiefbau des Lenzburger Stadtbauamtes, bis die ebenfalls defekten Poller ersetzt sind.

Bis gestern hatte Brenner noch keinen Auftrag, Alternativen für die Poller zu prüfen. Ob man die Poller durch eine Überwachungskamera, wie sie etwa in Aarau, Baden oder Brugg zum Einsatz kommen, ersetzen soll, findet Brenner «eine Philosophiefrage».

Kontrolliert man das Durchfahrtsverbot mit Kameras, habe man zwar eine zusätzliche Einnahmequelle, doch werde dies schnell als Bussenfalle kritisiert.

Keinen Nachteil gegenüber den Pollern hat der Kameraeinsatz: Die Bilder müssen regelmässig ausgewertet werden, was bei der Polizei einen zusätzlichen Aufwand bedingt.

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