In Lenzburg ist er eingeklemmt zwischen den normalen Gleisen und dem «Seetaler»; in Horgen zwischen Bahnanlage und der ersten Häuserreihe.

Obwohl Horgen doppelt so viele Einwohner hat wie Lenzburg, ist das Verkehrsaufkommen wegen der fehlenden Schnellzugshalte bedeutend geringer: 5000 zu 18000 Passagiere pro Tag.

Farbflächen bremsen Verkehr

Mit der zwischen 2007 und 2009 erfolgten Aufwertung des Bahnhofareals wollte man zur Attraktivitätssteigerung der ganzen Gemeinde beitragen. Wie Gemeindeingenieur Hans Burch den Teilnehmern der Lenzburger Reisegruppe erläuterte, war das Gebiet um den Bahnhof «früher ein echter Unort».

Mit verschiedenen Verkehrsmassnahmen hat man diesen «Schlauch» neu arrangiert. Auf der schmalen Seestrasse führte man ein Einbahnregime ein und kanalisierte so den motorisierten Individualverkehr. Mit grossen farbigen Rauten auf der Fahrbahn huldigte man hier nicht nur der Kunst am Bau: «Dank diesen Farbflächen fahren die Autos langsamer», hat man laut Burch beobachtet. Inzwischen ist hier zusätzlich eine Begegnungszone signalisiert.

Die in der ersten Phase äusserst skeptische Polizei hat diese optisch auffällige Massnahme in der Zwischenzeit nicht nur akzeptiert, sondern «verkauft» den Horgener Bahnhofplatz als gutes Beispiel.

WC in der Busstation

Über- und Unterführungen sorgen für die Fussgängererschliessung. Eine kleine Velostation (rund 180 Plätze), 7 Taxi- und 10 Kurzparkplätze sind südlich und östlich des Bahnhofgebäudes angeordnet. Richtige Bäume «anstelle der früheren Hunderabatten» (Burch) sorgen für die Gestaltung des Areals.

Am Westende des Platzes wurde eine neue Busstation erstellt. Durch einen Doppelkreisel wurde die ideale Erschliessung der sechs Abfahrkanten (16 Bewegungen pro Stunde in der Stosszeit) ermöglicht. Der zentrale Passagierbereich geriet recht grosszügig und enthält sogar ein WC-Häuschen. «Die Aufenthaltsqualität hier ist relativ hoch», weiss Ingenieur Burch zu berichten.

Bei einigen Mitgliedern der Lenzburger Delegation erhielt die halbtransparente Dachkonstruktion aus Metall und Glas recht gute Noten. Dies erst recht, nachdem man erfahren hatte, dass die Kosten des Bushofes «nur» 3,2 Millionen Franken betragen hatten. Die ganze Anlage inklusive Fussgängerpasserelle kostete 25,2 Millionen Franken.

Provisorium in Rapperswil

Nach Renovation des Bahnhofs hat die Stadt Rapperswil 2009 für 835000 Franken den Platz davor saniert. Dabei wurde ein überdachter Mittelperron für den Bushof realisiert, um den Wartenden ein wenig Schutz zu bieten. Das Ganze gilt allerdings nur als Zwischenlösung bis zum Bau des hier vorgesehenen Tunnels zur Entlastung des Stadtzentrums. Dieses Provisorium könnte jedoch Jahrzehnte überdauern.