177 Unterschriften hat die Petition von Luca Cirigliano für eine Verkehrsberuhigung an der lärmgeplagten Staufbergstrasse in Niederlenz. Der junge Bezirksrichter wohnt dort mit seiner Familie. «Wenn ich zum Bus gehe, sehe ich in gerade mal einer Minute drei Lastwagen», sagt er. Stichproben von Nachbarn über längere Zeiträume zeichnen ein ähnliches Bild. Nächste Woche wollen Luca Cirigliano und sein Vater deshalb ihre Petition einreichen.

«Das ist seit vielen Jahren ein Thema», sagt dazu Gemeindeammann Jürg Link (SP). Deshalb habe der Gemeinderat auch bereits beschlossen, auf der Strasse Tempo 30 einzuführen. Nur: «Das war schon 2014 so», sagt Cirigliano. Mit der Petition wolle er deshalb bewirken, dass es endlich vorwärtsgeht. «So einfach ist das leider nicht», entgegnet Jürg Link. Denn die Pläne seien Teil vom kantonalen Agglomerationsprogramm Aargau-Ost.

Dieses 450 Seiten dicke Paket mit Projekten in der ganzen Region ist ein Instrument, mit dem der Kanton beim Bund Unterstützungsgelder für diese Projekte abholen kann. Nur: Damit die Gelder fliessen, muss der Bund mit der Leistung in den vorangegangenen Agglomerationsprogrammen zufrieden sein.

Doch vor kurzem hat der Bund klargemacht, dass die Leistung des Kantons aus seiner Sicht noch zu wünschen übrig lasse, weshalb er fürs Erste kein Geld fliessen lassen wird. Ob er seine Meinung noch ändert, will der Bund erst 2019 entscheiden. Bis dahin bleibt unsicher, ob die Einführung von Tempo 30 in der Staufbergstrasse finanzierbar ist. «Ohne Unterstützung könnte es knapp werden im Budget», sagt Link.

Doch das grösste Problem für Niederlenz ist ein anderes: Die Staufbergstrasse wurde lange verkehrsorientiert geführt und ist eine von nur drei Strassen, die nicht Tempo 30 haben: die Kantonsstrasse, die Strasse nach Möriken und die Staufbergstrasse. «Es reicht deshalb nicht, einfach ein Schild hinzustellen», sagt der Gemeindeammann. Es brauche eine gut durchdachte Verkehrsleitung. «Wohin mit dem Verkehr? Die Hauptstrasse ist schon heute staugeplagt», ergänzt er.

Ein Problem, das noch nicht gelöst ist. «Allerdings gibt es klar vorgeschriebene Lärmgrenzwerte, und die wollen wir einhalten. Als Nächstes werden wir deshalb an der Strasse Lärmmessungen vornehmen», sagt Link. Danach muss die Gemeinde auf den Entscheid in Bern warten. (mik)