Beinwil am See
Buhofer hat mit klassischen Liedern den Ton getroffen

Barbara Buhofer und Cosmin Boeru fanden im Löwensaal mit ihren Liedern grossen Zuspruch. Regierungsrat Roland Brogli zog in seiner Grussbotschaft Parallelen zur Politik und meinte: «Man muss in beiden Bereichen den Ton treffen.»

Von Sibylle Haltiner
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Barbara Buhofer begeisterte mit ihrer kraftvollen Sopranstimme das Publikum.

Barbara Buhofer begeisterte mit ihrer kraftvollen Sopranstimme das Publikum.

Klassische Liederabende haben in der Schweiz keine grosse Tradition, schon gar nicht in ländlichen Regionen. Wer diese Musik aber kennt und mag oder sich auf eine neue Erfahrung einlassen wollte, kam am Sonntagabend im Beinwiler Löwensaal mehr als auf seine Kosten. Barbara Buhofer, Sopranistin aus Birrwil, am Klavier begleitet von Cosmin Boeru, bescherte dem Publikum im voll besetzten Löwensaal ein seltenes Musikerlebnis. Buhofer freute sich über die grosse Resonanz: «Ich bin begeistert, dass ein klassischer Liederabend so viele Zuhörer angesprochen hat», sagte sie nach dem Konzert.

Liederabend ist anspruchsvoll

Herzstück des Vortragabends und zugleich Abschluss waren die «Vier letzten Lieder» von Richard Georg Strauss. Die Vertonungen von Gedichten von Hermann Hesse beziehungsweise Joseph von Eichendorff gelten zwar nicht als einfache klassische Kost, doch sie kamen beim Publikum ausserordentlich gut an. Mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen forderten die Konzertbesucher Zugaben.

«Wir haben darauf geachtet, dass wir auch bekannte Melodien ins Programm aufnehmen», erklärte Cosmin Boeru. So ist das Lied «Es muss ein Wunderbares sein, ums Lieben zweier Seelen» von Franz Liszt in einer etwas abgeänderten Version weltbekannt. «Dort oben am Berg» von Gustav Mahler oder Hugo Wolfs «Mausfallensprüchlein – Kleine Gäste, kleines Haus» erfreuten das Publikum mit schalkhaften Texten. Ein Grusswort überbrachte Regierungsrat Roland Brogli. Er sah Gemeinsamkeiten bei Musik und Politik und meinte: «Man muss in beiden Bereichen den Ton treffen und mit Gleichgesinnten zusammenspannen.»

Barbara Buhofer mit ihrer angenehmen, kraftvollen Sopranstimme ist in der Region bestens bekannt. Vom Pianisten Cosmin Boeru, der einen Walzer und eine Polonaise von Frédéric Chopin sowie «Ondine» von Maurice Ravel als Solo vortrug, war das Publikum schlichtweg hingerissen. Auch seine gefühlvolle Begleitung der Sopranistin begeisterte. «Liederabende sind eine grosse Herausforderung und sehr anspruchsvoll. Ich bin erschöpfter als nach einem Solovortrag», erklärte der Pianist nach dem Konzert. Vom Löwensaal war er begeistert. «Er ist ideal für Kammermusik.»

Erinnerung auf CD

Vom Konzert wurde eine Live-Aufnahme gemacht, welche auf CD veröffentlicht wird. «Ein Liederabend ist in der Vorbereitung immer sehr aufwendig. Mit einer CD haben wir eine Erinnerung daran», erklärte Barbara Buhofer.

Nach den eher schwermütigen «Vier letzten Liedern» von Strauss am Schluss des regulären Programms liessen Buhofer und Boeru den Abend mit frühlingshaften Zugaben ausklingen.

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