Die bürgerliche Seite im Lenzburger Einwohnerrat macht sich Sorgen um die Entwicklung der städtischen Finanzen. Man müsse dem Stadtrat mehr Guidelines geben, um die Ausgaben besser unter Kontrolle zu haben, hiess es am Donnerstagabend während der Budgetdebatte.

Mit anderen Worten: Man hat in diesem Punkt wenig Vertrauen in den Stadtrat. Das im Budget für das Jahr 2018 ausgewiesene betriebliche Defizit von 1,45 Mio. Franken stelle eine besorgniserregende Steigerung gegenüber dem Budget 2017 (minus 458'000 Franken) dar, wurde in den Wortmeldungen laut.

In diesem Betrag sei erst noch eine zusätzliche Dividendenausschüttung der SWL Energie AG enthalten. Mit deren Verzicht würde sich das Defizit sogar auf nahezu zwei Millionen Franken belaufen. Stirnrunzeln verursachte dabei auch die Zunahme der Verschuldung des städtischen Haushalts auf 14,9 Mio. Franken im 2018.

Ausgeglichenes Betriebsergebnis

Bereits gestoppt hat der nicht ganz konsequente bürgerliche Schulterschluss von SVP und FDP mithilfe der Grünliberalen am Donnerstagabend die personelle Aufstockung in der städtischen Verwaltung um netto 105 Stellenprozente. Im Budget vorgesehen waren die Einführung der Kinderbetreuung (60 Prozent befristet), die Betreuung und Integration von Asylsuchenden (50 Prozent) und eine Erhöhung bei der Regionalpolizei (30 Prozent). Im Gegenzug wurden bei der Schulverwaltung 35 Prozent eingespart. Trotz heftiger Gegenwehr aus dem linken Lager wurde die Etaterhöhung aus dem Budget 2018 gestrichen (AZ 29. 9.).

Die Freisinnigen doppelten mit einer Motion nach. Darin wird eine strukturierte Analyse aller Dienstleistungen und Prozesse sowie der Organisation der Einwohnergemeinde gefordert. Abgeleitet daraus sollen anschliessend verschiedene Massnahmenpakete geschnürt werden, mit dem Resultat, «die mittelfristige Stabilisierung respektive Gesundung des Finanzhaushalts der Stadt zu erreichen», heisst es in der Motion.

Ziel der FDP sind ein mindestens ausgeglichenes betriebliches Ergebnis und ein Eigenfinanzierungsgrad von wenigstens 100 Prozent. Der Abschlussbericht soll bis im Juni 2018 vorliegen.