Lenzburg
BSL übernimmt als Finalist für Schweizer Schulpreis Vorbildfunktion

Die Berufsschule Lenzburg wurde von einem Expertenteam des Schweizer Schulpreises besucht. Damit gehört die BSL zu den 18 Finalisten für den Schweizer Schulpreis. Einen negativen Punkt gab es trotzdem.

Fritz Thut
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Die Schulpreis-Experten Albert Arnold, Christoph Heeb, Kurt Häfeli und Regina Kuratle mit BSL-Rektor Ruedi Suter und Konrektor Tobias Widmer. tf

Die Schulpreis-Experten Albert Arnold, Christoph Heeb, Kurt Häfeli und Regina Kuratle mit BSL-Rektor Ruedi Suter und Konrektor Tobias Widmer. tf

«Ich bin begeistert, wie hier mit den jungen Leuten gearbeitet wird. Ich gehe mit einem guten Bild von den Jugendlichen nach Hause.» Wenn eine Äusserung nach guter Note für eine Schule tönt, dann diese Bemerkung von Albert Arnold (Geschäftsleitungsmitglied des Dachverbandes Deutschschweizer Schulleiter).

Arnold ist einer von vier Experten, die während zweier Tage die Berufsschule Lenzburg (BSL) unter die Lupe genommen haben, um das gute Bild, das die Jury des Schweizer Schulpreises anhand des eingereichten Dossiers bekommen hat, zu verifizieren.

Vorbildfunktion, kein Rating

Der Besuch des Expertenteams ist bereits eine Auszeichnung, denn damit gehört die BSL zu den 18 Finalisten. «Wir sind überzeugt, eine gute Leistung zu bieten und sehen diesen Wettbewerb als Chance, sich mit andern Schulen zu vergleichen und zu messen», schilderte Rektor Ruedi Suter die Motivation, seine Schule für den Schulpreis anzumelden.

An der Medienkonferenz, die den Lenzburger Besuch der Expertengruppe abschloss, hielt Schulpreis-Projektleiter Christoph Heeb fest, dass man kein Schul-Rating wolle, vielmehr wolle man «guten Schulen ein Podium geben»: «Die Preisträger sollen Vorbilder sein.»

Um die ganze Breite von Bildungsinstitutionen miteinander vergleichen zu können, mussten im Dossier Ausführungen zu den sechs Bereichen Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulklima und Schule als lernende Institution gemacht werden. Bereits die Ausarbeitung dieser Antworten habe schulintern zu befruchtenden Diskussionen geführt, so Suter.

Ampel zu wenig lang auf Grün

Den Experten habe man nun «die Vielfalt der Schule zeigen wollen», fuhr der Rektor fort. Die Vielfalt (beispielsweise mit Auszubildenden in 27 Berufen) sei zusammen mit der Maxime, stets Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, und dem unternehmerischen Denken einer von drei Stützpfeilern der Schulphilosophie.

Bei der ersten Bilanz der Experten schien es, der Augenschein vor Ort sei noch eindrücklicher ausgefallen, als die Dokumentation. «Die Begeisterung der Schulleitung ist hier spürbar», sagte etwa Regina Kuratle, Projektleiterin im basel-städtischen Erziehungsdepartement. Professor Kurt Häfeli von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik zeigte sich angetan von «regen Austausch zwischen allen Beteiligten».

Angesichts derart viel Vorschusslorbeeren drängte sich die Frage auf: Haben die Experten auch Negatives gefunden? Im Schülergespräch ohne Lehrer sei etwas aufgetaucht, verriet Albert Arnold: «Die Ampel nach der Parkhausausfahrt steht jeweils zu wenig lang auf Grün.»

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