Lenzburg
BSL-Sporthalle produziert jetzt Strom für 30 Einfamilienhäuser

Rekordverdächtig: Zwischen den ersten Gesprächen und der Realisierung liegt nicht mal ein Jahr. Nun wurde die grösste Photovoltaikanlage der Region auf dem Dach der Sporthalle der Berufsschule eingeweiht.

Fritz Thut
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SWL-Direktor Markus Blättler und BSL-Rektor Ruedi Suter auf dem Sporthallen-Dach inmitten der neuen Solaranlage. Emanuel Freudiger

SWL-Direktor Markus Blättler und BSL-Rektor Ruedi Suter auf dem Sporthallen-Dach inmitten der neuen Solaranlage. Emanuel Freudiger

Zwei Partner, die SWL Energie AG und die Berufsschule Lenzburg (BSL), haben das rund 500 000 Franken teure Projekt gemeinsam nahezu in Rekordzeit durchgezogen: Weniger als ein Jahr nach den ersten Gesprächen im letzten Spätherbst ist die Solarstromanlage bereits in Betrieb.

744 hochwertige Module – auf dem umweltfreundlicheren Seeweg aus China importiert, wie Architekt Reto Miloni ausführte – liefern nun bei optimalem Wetter eine Spitzenleistung von 223 Kilowatt (kWp), was ungefähr dem Verbrauch von 30 Einfamilienhäusern entspricht.

Nicht einfach nur sanieren

Das Flachdach auf der BSL-Sporthalle ist in die Jahre gekommen und sorgte durch die nicht vorgesehene Durchlässigkeit dafür, dass die Turnhallen sich nach heftigen Regenfällen fast in Schwimmbäder verwandelten, wie BSL-Rektor Ruedi Suter bei der Einweihung mit einem Augenzwinkern leicht übertrieb.

«Einfach so sanieren, ist doch nicht innovativ», habe man sich gesagt und bald beschlossen, zusammen mit der Dachabdichtung gleich eine Photovoltaik-Anlage zu bauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner sei man bei der SWL-Energie AG schnell fündig geworden: «Schnell und unkompliziert haben wir uns auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt», so Suter.

SWL-Direktor Markus Blättler unterstrich diese Aussage und wand allen Beteiligten ein Kränzchen: «Hier wurde hervorragende Arbeit geleistet. Entstanden ist ein Projekt, wie aus dem Ausbildungshandbuch.»

Wenn sich zwei solche innovative Partner finden, könne ja nur etwas Gutes entstehen, hielt Stadtammann Daniel Mosimann fest und verwies auf die Tatsache, dass die Einwohnergemeinde als Eigentümerin der Sporthalle ja dritter Partner oder quasi Götti sei: «Das bedeutet, dass wir hier gar eine Win-win-Situation haben.»

Keine harte Spitze

Die 1700 Quadratmeter grosse, in sieben Feldern um die bestehenden Dachaufbauten herum drapierte Anlage weist als Besonderheit eine Ost-West-Ausrichtung auf. Dies hat verschiedene Gründe. Vom Schloss her stören die Module die Aussicht nicht und rein technisch gibts keine extreme Spitze während der Mittagsstunde, sondern es wird viel kontinuierlicher Energie produziert.

«Aus diesem Grund ist diese Anlage hier ideal», ortete Maurus Büsser, Generalsekretär des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt, Vorbildcharakter.

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