Diesen Wunsch äusserten rund 40 Einwohner am Ideen-Workshop zur Zukunft des Ladens am Mittwochabend. Da der Volg Ende 2013 zu geht, lud der Gemeinderat zu einem solchen Gedankenaustausch. Der Brunegger Volg ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind und rutscht Jahr für Jahr tiefer in die roten Zahlen. Dieses Jahr siehts besonders schlimm aus: In den ersten neun Monaten ist der Umsatz um 8,5 Prozent eingebrochen.

Gemeindepräsidentin Kathrin Härdi führt dies auf die veränderte Bevölkerungsstruktur in Brunegg zurück, denn als das Dorf noch 350 Einwohner gezählt habe, sei im Volg so viel gelaufen wie heute. Jetzt lebten jedoch auch berufstätige Menschen im Dorf, die ihre Kommissionen auswärts tätigten. Ausserdem schiessen Tankstellenshops beinahe wie Pilze aus dem Boden, die es dem Dorfladen schwer machen.

Am Workshop herrschte Ernüchterung über die Schliessung des Volgs. Aber auch Aufbruchstimmung. «Die Einwohner kämpfen für eine Einkaufsmöglichkeit», sagt Kathrin Härdi. Das begrüsst die Gemeindepräsidentin, «jetzt versuchen wir kreativ zu sein und breit zu denken». Die Einheimischen favorisierten mehrere Lösungen, darunter ein Laden mit Bistro im jetzigen Volg. Das Markthallenkonzept hört sich am spannendsten an: Verschiedene Anbieter verkaufen ihre zum Teil regionalen Produkte. Der Laden muss nicht alle Tage offen sein.

Dieses Markthallenkonzept bewähre sich in Städten und entspreche dem momentanen Event-Einkaufscharakter, findet die Gemeindepräsidentin. Die Betreiber tragen ein geringes Risiko, weil sie bloss eine kleine Verkaufsfläche mieten müssen. Härdi erwähnt die Möglichkeit, den jetzigen Volg-Laden für Privat- oder Firmenanlässe zu vermieten, die ausschliesslich auf Genuss ausgerichtet sind.

Natürlich könnte die Gemeinde Brunegg das Haus, in dem der Volg und eine Wohnung untergebracht ist, einfach verkaufen. Schliesslich steht es in ihrem Besitz. Oder sie könnte das jetzige Geschäft vermieten oder in eine Wohnung umgestalten. Doch das erachten Gemeinderat wie Bewohner als wenig sinnvoll. Alleine für die Dorfgemeinschaft sei es wichtig, das Zentrum im Dorf zu erhalten.

Im Januar zieht sich der Gemeinderat zur Klausur zurück. Dabei kommt der Volg-Laden zur Sprache. Im Frühling am Politapéro stellt er die Zukunftspläne zum hoffentlich neuen Dorfladen vor.