Lenzburg

Britische Künstlerin Gillian White zeigt ihre verborgenen Schätze

Hächler-Haus-Galerist Beat Ullmann und Künstlerin Gillian White mit ihrer neusten Skulptur, dem Gemeinschaftsgrab-Denkmal auf dem Friedhof Leibstadt, gleich neben dem Atelier.

Hächler-Haus-Galerist Beat Ullmann und Künstlerin Gillian White mit ihrer neusten Skulptur, dem Gemeinschaftsgrab-Denkmal auf dem Friedhof Leibstadt, gleich neben dem Atelier.

Ab nächste Woche ist eine besondere Künstlerin im Lenzburger Hächler-Haus zu Gast: Gillian White aus Leibstadt. Sie zeigt Kleinskulpturen, Bilder und Zeichnungen, welche die gebürtige Britin bis jetzt im Verborgenen hielt.

Die Künstlerin Gillian White setzt ihre kolossalen Markenzeichen im ganzen Kanton und landesweit unübersehbar in die Landschaft: Die raffiniert arrangierten rostigen Kortenstahl-Konstruktionen, die trotz ihrer statischen Anordnung leicht und fast gar elegant, sogar poesievoll erscheinen, sind unübersehbar und unverkennbar Werke von Gillian White.

Nicht von ungefähr wird die künstlerische Biografie der gebürtigen Britin nach über 40-jährigem Schaffen in der Schweiz unter dem Titel «Tanz in Eisen» zusammengefasst.

Doch das ist nur eine, die spektakulärste Seite ihres nach wie vor intensiven Wirkens und Werkens im Atelier in Leibstadt. Und kaum zu glauben, Gillian White packt auch mit 74 Jahren immer noch mit beiden Händen zu beim Schneiden und Schweissen der schweren Metallplatten.

Die Umsetzung von Skizzen und kleinen Kartonmodellen in gewaltige Stahlplastiken überlässt sie nicht wie gewisse Branchenkollegen anonymen Gehilfen. Die quirlige Kunst-Handwerkerin mit dem silbrigen Lockenkopf und dem herzlichen Lachen lässt sich allerdings nicht auf die Monumente reduzieren.

Hächler-Haus-Galerist Beat Ullmann hat bei einem Atelier-Besuch im Estrich und in der Werkstatt noch andere Objekte entdeckt. Die Ausstellung zeigt nebst Kleinskulpturen und Bildern nämlich noch «nie gezeigte Zeichnungen».

Gelegenheit, die in Lenzburg im öffentlichen Raum stationierten drei grossen Referenz-Stücke von Gillian White dem Publikum ergänzend zu präsentieren. Das Hächler-Haus sei genau der richtige Ort, um bisher Verborgenes zu zeigen, freut sich die Künstlerin. Weil dank der Einsicht durch die breite Fensterfront die Verbindung vom öffentlichen in den privaten Raum gegeben ist.

Die Premiere der erstmaligen Präsentation betrifft – unerwartet zumindest für Laien – grossenteils figürliche Bleistift-Skizzen, welche Gillian White als «Augen-Training» bezeichnet. «Man muss sehen und verstehen, mit Augen, Herz und Hirn, die Hand ist nur das ausführende Instrument», begründet sie diese regelmässigen Fingerübungen, die indes als eigenständige Werke gelten.

«Ich bin sehr schnell in der Umsetzung meiner Ideen», fügt sie bei. Das gilt natürlich nicht für die grossen Skulpturen. Und mehr Zeit investiert sie auch in die pointillistischen Aquarelle, Radierungen, Pastelle und die raffinierten Kleinskulpturen.

Die Vernissage mit Gillian White findet am Donnerstag, 2. Mai, um 19 Uhr statt. Die Finissage mit Künstlergespräch geht am Sonntag, 2. Juni, um 16 Uhr, über die Bühne.

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