Seengen
«Brestenberg»-Besitzer Bruno Stefanini ist nicht mehr urteilsfähig

Der 90-jährige Winterthurer Immobilienmilliardär Bruno Stefanini, dem via die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) das Schloss Brestenberg in Seengen gehört, soll nicht mehr urteilsfähig sein. Das sagt seine Tochter, die Stiftungspräsidentin werden will.

Fritz Thut
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Bettina Stefanini

Bettina Stefanini

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Bruno Stefanini ist nicht mehr urteilsfähig. Dessen Tochter Bettina Stefanini präsentierte am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich entsprechende Zitate aus einem Schreiben der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB).

Die Frage der Zurechnungsfähigkeit ist deshalb bedeutungsvoll, weil gegenwärtig ein Machtkampf um die Kontrolle der Stiftung tobt. Der aktuelle Stiftungsrat mit vorwiegend Personen aus Stefaninis Immobilienfirmen auf der einen und die Nachkommen auf der andern Seite machen beide geltend, im Sinne des Stifters zu handeln.

Gemäss Stiftungsurkunde rücken blutsverwandte Nachkommen an die Stelle des Stifters, wenn dieser die Befugnis der Stiftungsraternennung nicht mehr wahrnehmen kann. Der aktuelle SKKG-Stiftungsrat hat diesen Passus geändert, doch dagegen hat Bettina Stefanini Aufsichtsbeschwerde eingereicht; der Entscheid der Eidgenössischen Stiftungsaussicht steht noch aus.

Die 49-jährige Tochter, die in Irland lebt, sieht sich als rechtmässige künftige Stiftungsratspräsidentin und plant einen Neuanfang ohne bisherige Stiftungsräte. Die zwar wertvolle, aber marode Sammlung soll endlich seriös inventarisiert werden. In einer zweiten Phase soll «der Traum meines Vaters von einem Museum im Brestenberg» geprüft werden, sagte sie gestern.