Lenzburg
Brass Band, Orgel und Sopran: Das macht Spass

Das Herbstkonzert der Brass Band Imperial hätte nicht glanzvoller sein können. Was die Musikanten und die beiden Solistinnen unter der Leitung von Rafael Camartin in die Stadtkirche zauberten, gehört zum Feinsten

Jürg Nyffenegger
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Die erst 17-jährige Sopranistin Valentina Bättig, ein Versprechen für die Zukunft.fotos: André Albrecht

Die erst 17-jährige Sopranistin Valentina Bättig, ein Versprechen für die Zukunft.fotos: André Albrecht

Auf dem Programm standen nicht weniger als drei Schweizer Erstaufführungen. Doch damit nicht genug. Unter dem Motto «Brass meets organ» kamen die zahlreichen Zuhörenden in den Genuss von Werken, in denen die Orgel solistische und klangstärkende Aufgaben zu übernehmen hat. So etwas hört man selten. Um dem Ganzen noch ein Tüpfchen aufs i zu setzen, war eine blutjunge Sopranistin mit von der Partie. Und so gestalteten Dirigent, Band und Solistinnen ein äusserst abwechslungsreiches Programm. Mustergültig das Begleitblatt, das die fünf Werke, deren Komponisten und Geschichte näher vorstellte.

Ein markantes Stück von Philip Wilby, «A Breathless Alleluia», machte den Anfang, eine farbenfrohe Ouvertüre mit Orgel, die in der Schweiz zum ersten Mal, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal, zu hören war. Das Aufgabenstück für die 1. Klasse, entstanden für den Brass-Band-Wettbewerb 2014 und geschrieben von Stephan Hodel, entführte das Publikum nach Brasilien, aber nicht einfach in die Folklore, sondern in ein wichtiges Anliegen, den Schutz der Natur.

Nadia Bacchetta begeisterte als Solistin an der Orgel.

Nadia Bacchetta begeisterte als Solistin an der Orgel.

Grossartige Interpretationen

Die Brass Band Imperial verfügt über ganz ausgezeichnete Bläserinnen und Bläser. Sie hören einander zu, sie spielen mit feiner Dynamik, zart und laut, aber nie grob, sie verfügen über eine makellose Technik, sie können alle auch solistisch eingesetzt werden. Die Intonation stimmt, die ständig wechselnden Rhythmen auch. Ein Genuss, wenn man da zuhören darf!

Glanzpunkte setzten zudem die Aarauer Organistin Nadia Bacchetta an der Orgel und die erst 17-jährige Sopranistin Valentina Bättig. Bacchetta registriert sorgfältig, und Virtuosität scheint für sie kein Problem zu sein. Bättigs weitere Entwicklung sollte man im Auge behalten, und Dirigenten von Oratorien und Bühnenwerken müssen sich diesen Namen merken; da reift eine starke, nuanciert gestaltende Sängerin heran. Klar, dass es nach den Standing Ovations des Publikums zwei Zugaben gab!