Bauboom

Boniswil bewilligt weitere vier Blöcke

2014 wurde der «Ochsen» abgerissen. Bald werden hier 31 Wohnungen gebaut.

2014 wurde der «Ochsen» abgerissen. Bald werden hier 31 Wohnungen gebaut.

An zentraler Lage kann ein 12-Mio.-Projekt realisiert werden. Im Dorf hat es aber bereits einige Dutzend leere Wohnungen.

Die Lücke beim «Ochsen» wird nach fünf Jahren endlich überbaut: Der Boniswiler Gemeinderat hat die Baubewilligung für vier Mehrfamilienhäuser mit 31 Wohnungen und einer Tiefgarage erteilt. In rund zwei Wochen läuft die Beschwerdefrist ab.

Die Überbauung vor der Alten Mühle schliesst die unschöne Baulücke zwischen der Seetalstrasse und der SBB-Haltestelle, die seit dem Abriss des «Ochsen» das Areal prägt. Hinter dem Projekt stehen die beiden Lenzburger Bau- und Immobilienunternehmen Max Fischer AG und Balmer & Ammann AG, die eigens für das Projekt die Alte Mühle Boniswil AG gegründet haben. Das Bauvolumen beträgt knapp 12 Millionen Franken. Wann die ersten Baumaschinen auffahren und die ersten Wohnungen bezugsbereit sind, ist noch unklar.

Wegen seiner besonderen Lage war für das Projekt an der Leutwilerstrasse die Erarbeitung eines Gestaltungsplans nötig. So durfte der ehemalige «Ochsen» zwar bereits abgerissen werden, doch die Alte Mühle ist denkmalgeschützt. Sie soll gemäss Gestaltungsplan renoviert und umgenutzt werden, ist aber nicht Bestandteil des jetzt bewilligten Baugesuchs. Die vier geplanten Mehrfamilienhäuser mit 1,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen sind im Kreis angeordnet und bilden einen gemeinsamen Innenhof.

Angebot grösser als Nachfrage

Bereits fertiggestellt sind die Überbauungen Lindenhof und Penta auf der gegenüberliegenden Seite der Seetalerstrasse. Ab nächster Woche können die ersten Mieter im «Penta» an der Schulstrasse einziehen. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung im zweiten Stock mit 107 Quadratmetern kostet 2010 Franken monatlich. Eine 90 Quadratmeter grosse 3,5-Zimmer-Wohnung im ersten Stock ist für 1730 Franken zu haben. In die vier Mehrfamilienhäuser hat die CPV/CAP Pensionskasse Coop Immobilien aus Basel rund 12 Millionen Franken investiert. Doch: Von den insgesamt 43 Mietwohnungen sind kurz vor Einzugstermin noch 32 Wohnungen zu haben.

Auch nebenan im «Lindenhof» stehen noch 4 der insgesamt 24 Mietwohnungen leer. Seit September vergangenen Jahres ist die Überbauung bezugsbereit. Die Bruttomietzinse bewegen sich zwischen 1695 Franken für eine 84 Quadratmeter grosse 3-1/2-Zimmer-Wohnung und 2065 Franken für eine 4-1/2-Zimmer-Wohnung mit 107 Quadratmetern. Von den 11 Eigentumswohnungen im dritten Gebäude sind noch zwei auf dem Markt. Die Preise der Wohnungen bewegen sich zwischen 390 000 und 900 000 Franken.

Leerwohnungsziffer steigt wohl

Gemäss den aktuellsten Zahlen des Kantons weist die Gemeinde mit rund 1400 Einwohnern eine vergleichsweise niedrige Leerwohnungsziffer auf: Am 1. Juni 2018 betrug diese 2,25. 15 von 667 Wohnungen standen leer, 11 davon waren Mietwohnungen. Somit liegt die Leerwohnungsziffer (Anteil der leeren Wohnungen am Gesamtbestand aller Wohnungen in einer Gemeinde) in Boniswil unter dem kantonalen Mittel von 2,65. Zumindest bis jetzt. Denn wie der Blick auf die aktuelle Lage des Wohnungsmarktes in der Gemeinde zeigt, könnte sich dies bei der nächsten Veröffentlichung der Zahlen ändern.

Bis 2020 will Boniswil um 300 auf 1700 Einwohner ansteigen. Gemäss eines Fachgutachtens, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, soll die neue Überbauung auf dem Ochsen-Areal rund 50 neue Einwohner anlocken.

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Grafik: Elia DiehlFullscreen-Modus

(Datenquelle: Bundesamt für Statistik)

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