Seetal

Blick unter die Bänke geht 2000 Jahre zurück

Mitglieder der Historischen Vereinigung Seetal in der Alten Kirche Oberschongau mit den hochgeklappten Kirchenbänken. tf

Mitglieder der Historischen Vereinigung Seetal in der Alten Kirche Oberschongau mit den hochgeklappten Kirchenbänken. tf

Mit einer eindrücklichen Führung in der über einer römischen Villa errichteten Alten Kirche Oberschongau begann die Jahresversammlung der Historischen Vereinigung Seetal und Umgebung.

Turnusgemäss waren die Mitglieder der Historischen Vereinigung diesmal ins Luzerner Seetal zu ihrer Jahresversammlung geladen. Vor dem geschäftlichen Teil im «Kreuz» in Mettmenschongau stand eine interessante Besichtigung der Alten Kirche Oberschongau an.

Die Wallfahrtskirche wird nach dem Bau der Pfarrkirche im zentraleren Mettmenschongau 1924 nicht mehr für Gottesdienste verwendet und drohte dem Verfall anheimzufallen. In den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde eine Stiftung aktiv, dies zu verhindern.

Dem Stiftungsrat gehört jeweils auch ein Vertreter der Historischen Vereinigung an, im Moment Ottilia Schulthess.

Hochklappbare Kirchenbänke

Hans Kretz, während 33 Jahren Mitglied des Schongauer Gemeinderates, vermittelte den Geschichtsinteressierten spannende Hinter- und Untergründe der Kirchhistorie. Im Rahmen der Gesamtrenovation zwischen 1951 und 1956 wurden auch Grundmauern früherer Bauten an gleicher Stelle freigelegt.

Nach dem Hochklappen einiger Kirchenbänke können die Überbleibsel einer romanischen Kirche etwa aus dem Jahr 1000 und einer nochmals fast 1000 Jahre älteren Römervilla betrachtet werden.

In seinem Vortrag «Schongauer – ein eigenes Völklein?» im Anschluss an die GV deckte Kretz auf, dass es in diesem Luzerner Dorf an der Aargauer Grenze neben Geheimnissen unter dem Kirchboden weitere Besonderheiten gibt: Die 900 Einwohner verteilen sich auf vier Dorfteile und viele Einzelhöfe und trotzdem sind Zusammenhalt und Selbstbewusstsein, so gross, dass man sich vor wenigen Jahren mit 79 Prozent als einzige Gemeinde gegen eine Fusion mit Hitzkirch aussprach.

Othmar Wey neu im Vorstand

An der von Präsident Daniel Humbel (Brugg-Umiken) geleiteten Jahresversammlung wurde der Archäologe Othmar Wey (Seengen) zusätzlich in den Vorstand gewählt. Kassierin Alice Gehrig (Seengen) konnte von einem Gewinn von gut 1600 Franken und einem konstanten Mitgliederbestand von rund 480 berichten.

Das Jahresprogramm umfasst zwei Anlässe im Herbst. Am Samstag, 21. September, beteiligt sich die Historische Vereinigung mit einem Anlass in Egliswil zum Thema «Das Wort» an der Kulturwerkstatt Seetal, die weitere Events in Boniswil, Hallwil und Seengen umfasst. Im Oktober sind die Mitglieder zu einer Exkursion in die Villa Langmatt in Baden eingeladen.

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