Lenzburg
Bisher hatte der Chef des Kantonalen noch keinen Kontakt mit Sägemehl

Erich Renfer ist erst jüngst zum Schwingsport gekommen. Er präsidiert das OK des 110. Kantonalschwingfestes im kommenden Jahr auf der Schützenmatte.

Ruth Steiner
Drucken
Teilen
Das Organisationskomitee des Kantonalschwingfests 2016 in Lenzburg mit Erich Renfer an der Spitze (vorne).

Das Organisationskomitee des Kantonalschwingfests 2016 in Lenzburg mit Erich Renfer an der Spitze (vorne).

zVg

Mit dem Schwingen hatte er bisher wenig am Hut. Einen Hosenlupf hat er noch keinen gemacht, das Sägemehl will er auch künftig nur aus Distanz betrachten. Und trotzdem steigt Erich Renfer für das Schwingen in den Ring. Der Präsident des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung steht an der Spitze des OK für das 110. Kantonalschwingfest vom 4./5. Juni 2016 in Lenzburg. Organisiert wird es vom Schwingklub Lenzburg und Umgebung.

«Der urchige Kampfsport mit seinem volkstümliche Ambiente und der bodenständige Renfer, das passt zusammen», findet der frisch gewählte OK-Präsident. Er hat kürzlich Schwingfeste besucht. Der Geruch des Sägemehls und die Gemütlichkeit auf den Schwingplätzen ist durchaus nach seinem Gusto, weshalb er sich gut mit dem Schwingsport identifizieren könne. Und er sagt, dass das, was er am vergangenen Wochenende am Kantonalen in Würenlingen gesehen habe, ganz einfach beispielhaft sei. «Über 3000 Leute auf dem Platz und weit und breit kein Polizist. Es war einfach nur friedlich», freut er sich über die Faszination, welche der Ursport des helvetischen Kräftemessens in der Bevölkerung auszulösen vermag.

Budget von einer halben Million

Vorerst hat sichs jedoch mit der Gemütlichkeit, zumindest für das Organisationskomitee. Der Schwingsport hat sich professionalisiert und von der Alpen-Folklore zu einer modernen Sportart entwickelt. Dies schlägt sich auch im Budget des Kantonalschwingfestes nieder. «Wir sprechen hier von gegen einer halben Million Franken», sagt Renfer. Davon müsse der grösste Teil mit Sponsorengeldern finanziert werden. Das Organisationskomitee wird in den kommenden Monaten also in die Hände spucken müssen, will es ausserhalb des Sägemehlringes keinen «Schlungg» riskieren. Die Infrastruktur, wie Bauten für Publikumsanlagen und Schwingarena, verschlingen Unsummen. Nicht zu vergessen der Gabentempel. Er gehört traditionell zu den Highlights eines Schwingfestes.

«Der Gabentempel wird mit rund 80 000 Franken dotiert sein», weiss der OK-Präsident. Nebst vielerlei Sachpreisen werden in Lenzburg mit dem Siegermuni, einem Rind und einem Fohlen drei Lebendpreise vergeben. «Wir wollen Tiere aus der Region. Sie werden bereits jetzt gekauft», sagt Renfer. Er hofft, auch «Böse», wie die Spitzenschwinger in der Szene genannt werden, nach Lenzburg locken zu können. Top-Schwinger haben Magnetwirkung und versprechen zusätzlichen Publikumsaufmarsch.

Rahmenprogramme in der Stadt

Ein erster König ist derweil bereits gekürt. Die Aargauische Kantonalbank wird als Königsponsor das Kantonalschwingfest 2016 auf der Lenzburger Schützenmatte begleiten. Als Präsident des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung ist es dem OK-Präsidenten auch daran gelegen, das heimische Gewerbe mit einzubeziehen. «Das Festwochenende findet auf der Schützenmatte statt. Wir planen jedoch, zusätzlich Rahmenaktivitäten in der Stadt durchzuführen.» Mit einem Schwingerwein will man den Anlass bereits im Vorfeld einem breiten Publikum bekannt machen. Welcher Wein in die Kränze kommt, wird mit einer Blinddegustation in Bälde bestimmt.

Würenlingen hat Latte hoch gelegt

Im Organisationskomitee wird Erich Renfer unterstützt von Walter Eberle (Vizepräsident/Sekretariat), Markus Birchmeier (Vertreter Aargauer Kantonaler Schwingerverband), Rudolf Dürig (Finanzen), Pascal Steudler (Marketing/Werbung/Sponsoring), Adolf Hess (Gaben), Martin Buchmann (Personal), Urs Aebi (Gastro), Peter Trachsel (Bau), Stefan Wülser (Schwingen), Nick Alpiger (Schwingen/Bau im Ring).

Die Latte für das OK ist hoch gelegt. In Würenlingen war man top vorbereitet gewesen, hat Renfer letzte Woche vor Ort festgestellt. Und er hat sich fest vorgenommen, dass «auch wir in Lenzburg für die Schwinger und die Bevölkerung ein Superfest machen wollen.»

Aktuelle Nachrichten