Neubau

Birrwil will seine Schule neu aufstellen

Hinter der Mehrzweckhalle soll für 5 Millionen Franken ein Schulhaus entstehen.

Hinter der Mehrzweckhalle soll für 5 Millionen Franken ein Schulhaus entstehen.

Die Gemeinde Birrwil will der Kreisschule aargauSüd beitreten. Ausserdem plant sie einen grossen Neubau für Kindergarten und Primarstufe.

An der kommenden Gemeindeversammlung soll der geplante Neubau der Schule Birrwil die nächste Stufe nehmen. Bereits im November 2015 hat die Bevölkerung einen Verpflichtungskredit abgesegnet, der die Durchführung eines Projektwettbewerbs ermöglichte. Das Problem: Heute wird der Schulraum von Birrwil durch eine Strasse getrennt, welche die Kinder in der Pause überqueren müssen, um auf ihren Pausenplatz zu kommen. Mit einem Neu- oder Anbau sollen deshalb alle Schul- und Pausenräume auf eine Strassenseite verschoben werden. Der Bau soll auf der Wiese nördlich der Mehrzweckhalle entstehen und neben der Primarschule auch den Kindergarten aufnehmen.

Der Wettbewerb fand 56 Architekturbüros, die mitmachten, sechs von ihnen schafften es in die engere Auswahl, bevor schliesslich das Basler Büro Brandenberger Kloter Architektenpartner das Rennen machte. Das Projekt sieht zwei Unterrichtsräume für die Primarschule und einen für den Kindergarten vor. Dazu kommen verschiedene Gruppenräume sowie Zimmer für Sprachen und textiles Werken.

Ein gedeckter Aussenbereich soll das Gebäude mit der Mehrzweckhalle verbinden, dazu kommt eine neue Spielplatzanlage. Hartplatz und eine Rasenfläche bleiben dabei unangetastet und werden Schulen sowie Vereinen weiter zur Verfügung stehen.

5 Millionen Franken Kosten

Und was wird aus dem alten Gebäude? Das historische Schulhaus vis-à-vis des Restaurants Buurestube soll künftig noch das Schulsekretariat sowie die Schul- und Gemeindebibliothek beherbergen. Dazu kommen mehrere Sitzungszimmer, ein Raum ist noch disponibel. Die Unterrichtsräume im Gemeindehaus würden zu einem Musikzimmer und einem weiteren Sitzungsraum umfunktioniert, die heutigen Räumlichkeiten des Kindergartens in der Mehrzweckhalle sollen aller Voraussicht nach zu Werkräumen werden.

Für die Weiterentwicklung des Wettbewerbsprojekts zu baufähigen Plänen beantragt der Gemeinderat nun knapp 400 000 Franken. Zu reden geben könnten die Baukosten, die mit rund 4,9 Millionen Franken veranschlagt werden.

Das Projekt fällt zeitlich mit der neuen Kreisschule aargauSüd zusammen, welche die bisherigen Kreisschulen Homberg und mittleres Wynental ablöst. Birrwil verfügt über keine eigenen Oberstufenstandorte, die Schüler besuchen schon heute für alle drei Stufen Reinach. Daran dürfte sich für die Birrwiler voraussichtlich auch nichts ändern, bleibt der Standort Reinach doch erhalten. Die Schüler werden nach Annahme der neuen Kreisschule durch ein Gremium auf die Standorte verteilt. Der Gemeinderat empfiehlt den Beitritt zur neuen Kreisschule.

Teure Melioration

Die weiteren Geschäfte betreffen unter anderem die Kreditabrechnung für die letzten Sommer von der Gemeindeversammlung abgelehnte Melioration. Dabei ging es darum, die 1270 landwirtschaftlichen Parzellen zu weniger und grösseren Einheiten zusammenzuführen. Das komplizierte Unterfangen wurde nach langer Diskussion schliesslich abgelehnt. Bitterer Nachgeschmack nun: Das Projekt war mehr als doppelt so teuer wie ursprünglich angenommen. Anstatt der erwarteten 52 000 Franken gab Birrwil rund 132 000 Franken aus. Die Überschreitung begründen die Abteilung Landwirtschaft Aargau des Kantons und das involvierte Ingenieurbüro mit Verzögerungen im Verfahren und den vielen Eingaben, die im Mitwirkungsverfahren eingereicht wurden. Diese hätten zu einem höheren Bearbeitungsaufwand geführt.

Ebenfalls mehr Geld braucht der Gemeinderat für die Revision der Nutzungsplanung. Er habe das Projekt unterschätzt, weshalb nun weitere 170'000 Franken nötig seien, um die laufend steigenden Kosten decken zu können. Weitere für die Gemeindeversammlung anstehende Traktanden betreffen verschiedene Bauarbeiten an Wasserleitungen und Strassenentwässerungen, einen geplanten Entkeimungsschacht bei den Hobackerquellen und ein Einbürgerungsgesuch.

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