Birrwil
Schulhausbau wird pausiert – weil ein fähiger Polier fehlt

Der Bau des Schulhauses wurde einstweilen eingestellt. Grund dafür ist unter anderem ein Polier, der auf der Baustelle verunfallt ist. An der Eröffnung im Frühling 2022 wird jedoch festgehalten.

Anja Suter
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Gemeindeammann Max Härri und Schulkinder beim Spatenstich zum neuen Schulhaus in Birrwil, am 21. Oktober 2020

Gemeindeammann Max Härri und Schulkinder beim Spatenstich zum neuen Schulhaus in Birrwil, am 21. Oktober 2020

Severin Bigler

Die lange Geschichte um das Birrwiler Schulhaus schien im letzten Herbst in das letzte Kapitel zu gehen. Ende Oktober gab es mit dem Spatenstich etwas zu feiern: «Es hat etwas Zeit und Nerven gebraucht, aber jetzt ist es so weit: Wir können starten», sagte Gemeindeammann Max Härri damals. Rund fünf Jahre sind vergangen, bis das Generationenprojekt verwirklicht werden konnte.

Das erste Schulhauskonzept wurde 2014/2015 entworfen und wieder verworfen. Vor eineinhalb Jahren wurde es dann aber mit dem zweiten ausgearbeiteten Konzept konkret. Im November 2019 bewilligte der Souverän den Kredit für den Neubau. Für die Zukunft des Dorfes ist der Bau des «Jahrhundertprojektes», wie es Max Härri nannte, ein Quantensprung. Aber auch ein teurer – 5,5 Millionen Franken soll das fertige Schulhaus kosten.

Mit neuer Führung keine guten Ergebnisse

Doch jetzt gibt es bei den Bauarbeiten zum Schulhaus eine Zwangspause, dies «zu Gunsten der Bauqualität», teilt Patrick Butscher, Gesamtprojektleiter mit. Nach einem harten Winter habe man erst im Februar mit den Betonierarbeiten der Aussen- und Innenwände beginnen können. «Als dann endlich im neuen Jahr die Bauarbeiten fortgesetzt werden konnten, verletzte sich der Polier der beauftragten Bauunternehmung unglücklicherweise auf der Baustelle, fiel daraufhin aus und musste ersetzt werden.»

Leider seien unter der neuen Führung keine guten Sichtbetonergebnisse erzielt worden. «Was dazu führte, dass die Bauherrschaft unter der Leitung von Gemeindeammann Max Härri anlässlich der letzten Baukommissionssitzung beschlossen hat, den Bau einstweilen einstellen zu lassen», so Butscher.

Verschiebungenen im Bauprogramm gibt es trotzdem

Unterstützt durch Architekten und Bauleitung sei in der Zwischenzeit das Gespräch mit dem Baumeister gesucht worden. Nun solle in den nächsten Tagen geklärt werden, ob und mit welchen Massnahmen die bestellte Sichtbetonqualität erreicht werden könne. «Es bleibt zu hoffen, dass mit der beauftragten Firma zeitnah eine Lösung gefunden werden kann, um nach Ostern mit den Betonierarbeiten weiterzufahren. Bis dahin muss wichtige Denkarbeit geleistet werden, bei der Auftraggeberin wie auch bei der beauftragten Unternehmung.»

Die Schulhaus-Baustelle ist derzeit verwaist.

Die Schulhaus-Baustelle ist derzeit verwaist.

Zvg / Aargauer Zeitung

Am Terminziel, das Schulhaus im Frühling 2022 zu eröffnen, halten der Baukommissionspräsident Max Härri und er selbst als Gesamtprojektleiter weiterhin fest, so Patrick Butscher. «Ein Umzug der Schule in den Frühlingsferien liegt im Bereich des Möglichen, wird derzeit aber noch von verschiedenen Seiten geprüft.»

Verschiebungen im Bauprogramm gibt es jedoch trotzdem: «Der Rohbau hätte gemäss ursprünglichem Terminprogramm im Juni dieses Jahres abgeschlossen sein müssen. Dieser Termin verschiebt sich aktuell auf nach den Sommerferien», so Butscher. Den Bau bis in den Herbst hinein dicht zu bekommen, erscheine aber immer noch als erreichbar. Dies sei wichtig für die darauffolgenden Innenausbauarbeiten. Die Planung und die Arbeitsvergaben seien derweil weit fortgeschritten.

Gute Nachrichten gibt es auch in Sachen Finanzen. «Bei der Kostenentwicklung ist nicht mit Überraschungen zu rechnen», so Butscher. Auch die Nebenprojekte habe man bereits erfolgreich fertigstellen können. So fliesse der «Bergbach» bereits offen in seinem neuen renaturierten Bachbett und der Kanalisationsanschluss zu Gunsten der oberhalb des Schulhauses liegenden gemeindeeigenen Bauparzelle sei erstellt worden. «Wie es nun in Birrwil weitergeht, wird sich bis vor Ostern klären müssen», so Patrick Butscher.