Seengen
Bio-Pioniere vom Eichberg feiern Comeback mit Hofladen

Nach 14 Jahren Unterbruch eröffnet heute Familie Mahler auf dem Eichberg ob Seengen ihren Bio-Hofladen wieder.

Fritz Thut
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Das Team des neuen Bio-Hofladens auf dem Eichberg mit Gärtner Peter Walthert, Ladenleiterin Karin Jost, sowie Daniel, Marlene, Sarah und Raphael Mahler.tf

Das Team des neuen Bio-Hofladens auf dem Eichberg mit Gärtner Peter Walthert, Ladenleiterin Karin Jost, sowie Daniel, Marlene, Sarah und Raphael Mahler.tf

Fritz Thut

Der erste Bio-Laden auf dem Eichberg entstand in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts. 1959 hatte Johannes Mahler den «Eichberg» übernommen. Zusammen mit seinen Söhnen Hans-Ulrich und vor allem Emanuel war er ein Pionier der biologischen Landwirtschaft.

So ist es nicht erstaunlich, dass damals auch vornehme Zürcher Kundinnen mit ihren Autos ins Seetal fuhren, um hier Bio-Rüebli zu posten. 2002 ging der in einer Dreier-Garage untergebrachte Laden zu: Emanuel «Mäni» Mahler hatte in der Zwischenzeit die Eichberg Bio AG gegründet, die 2007 durch Fusion mit der Vanadis AG und Via Verde AG zur Bio Partner Schweiz AG wurde. Dieser Betrieb in der Seoner Birren ist inzwischen nach den beiden Grossverteilern der drittgrösste Bio-Grossist der Schweiz.

Neustart im Kuhstall

Der immer noch biologisch ausgerichtete Gutsbetrieb auf dem Eichberg wird in der Zwischenzeit von der dritten und bald der vierten Mahler-Generation geführt. «Wir haben immer wieder gehört, dass für Bio-Produkte direkt ab Bauernhof ein grosses Bedürfnis besteht», schildert Betriebsleiter Daniel Mahler den Auslöser für das Laden-Comeback.

Als im letzten Dezember in Seengen ein anderer Bio-Hofladen aufhörte, war der Entschluss schnell gereift, ein eigenes Verkaufslokal zu installieren. Laut Daniel Mahler gibt es neben dem Online-Trend eine andere Strömung: «Wir orten eine Gegenbewegung: Offline-Kunden, die gerne vor Ort posten; denen wollen wir hier ein Einkaufserlebnis bieten.»

Der neue Laden wurde im ehemaligen Kuhstall eingerichtet. Daniels Sohn Raphael hat etwa bei der Präparierung der alten Dachbalken selbst Hand angelegt. Im Zentrum des Lokals steht ein rund 300 Jahre alter Eichentisch, der früher im alten, noch von der Familie von Hallwyl errichteten Hofteil stand. Im Nebenraum steht ein zweiteiliges Kühlhaus, denn ob «Bio» oder «Hof», für Daniel Mahler gilt: «Die gesetzlichen Vorgaben müssen eingehalten werden und dazu gehört eine Kühlkette.»

Im Eichberg-Bio-Hofladen ist eh das Allermeiste frisch. 150 eigene Artikel, darunter 40 Fleischprodukte, bilden den Grundstock des breiten Angebotes. Es gibt auch Mehl von eigenem (Urdinkel-)Getreide, sowie Produkte daraus wie etwa Teigwaren oder Brot. Brot notabene aus Eichberg-Mehl, das in der nahen Seenger Mühle gemahlen wurde.

Ergänzt wird das Sortiment mit Produkten des Online-Versands «Mahler & Co» und der Firma «RegioFair» aus Buchrain, die unter anderem pökelsalzfreie Fleischwaren beisteuert. «Alles ausschliesslich zertifizierte Bio-Produkte», verspricht Daniel Mahler.

Öffnungszeiten. Jeweils freitags, 13.30 bis 18.30 Uhr und samstags, 9 bis 15 Uhr.

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