Es war starker Tobak, was die Unterzeichner einer Petition gegen die Schliessung der Bezirksschule Fahrwangen Alex Hürzeler vorwarfen. Da war etwa die Rede von einem «kurzfristigen politischen Schreibtischstuhlentschluss mit noch nicht ganz absehbaren Folgen». Jetzt hat Hürzeler den aufgebrachten Seetalern eine Antwort geschickt – und im Wesentlichen die bisherige Haltung der Regierung nochmals detailliert dargelegt.

Also: Die Reduktion der drei bisherigen Bez-Standorte (Seon, Seengen, Fahrwangen) auf zwei (Seon, Seengen) basiert auf einem Volksentscheid vom März 2012. Damals sagten die Aargauer mit 78 Prozent Ja zur Strukturreform «Stärkung der Volksschule».

Der Regierungsrat musste entscheiden, weil sich die Region und die drei Standortgemeinden nicht auf zwei Schulen einigen konnten. Sie haben den Entscheid nach Aarau delegiert. Der Regierungsrat agierte auf der Basis von eingehenden Abklärungen. «Die Elemente ‹Einschätzung der Stellungnehmenden›, das Wertungsergebnis aus der kriteriengestützten Analyse, die Ergebnisse der externen Schulevaluation sowie die Erkenntnisse aus dem Besuch vor Ort flossen in die Gesamtbeurteilung ein», schreibt Hürzeler.

Schulweg zumutbar

Der Erziehungsdirektor weist auf Fragen der Infrastruktur hin: «Im Unterschied zu den Standorten Seon und Seengen, wo die zusätzlichen Schüler ab sofort in die bestehenden Schulhäuser der Sekundarstufe I aufgenommen werden können, hätte der Standort Fahrwangen erhebliche zusätzliche Mittel in bestehenden und zusätzlichen Schulraum investieren müssen.» Und: «Da wurde das Primarschulhaus zwar vor kurzem einer gelungenen Renovation unterworfen, für das Bezirksschulhaus mit Jahrgang 1984 steht diese jedoch noch an. Es ist sanierungsbedürftig.»

Und der längere Schulweg, wenn die Bez Fahrwangen ab Sommer 2022 geschlossen sein wird? Seengen sei für alle Schüler aus Bettwil, Fahrwangen, Sarmenstorf und Meisterschwanden entweder mit öV oder mit dem Velo in weniger als 30 Minuten zu erreichen, schreibt Hürzeler. «Gemäss diversen Bundesgerichtsentscheiden ist ein Schulweg von 30 bis 40 Minuten für Schüler der Oberstufe zumutbar.»