Lenzburg

Biker sind überzeugt: Dreck heilt alle Wunden

An der Saisoneröffnung des Hammerparks haben sich die Biker ausgetobt. Die Kletterer blieben wegen des Regens aber lieber zu Hause.

Lange Haare, leicht gebräunte Haut und strahlende Augen: Was dem Meer die Surfer und den Bergen die Snowboarder, sind sind dem Mittelland die Dirt Bike Fahrer. Meist Mitte Zwanzig, wirken sie seltsam übergross neben den kleinen Jungen, die sich gestern an der Saisoneröffnung des Hammerparks neugierig an den Zaun drücken, der den Bike Park umschliesst. «In Dirt we Trust», steht auf den schwarzen, übergrossen T-Shirts der Fahrer. Es riecht nach nassem Sand. «Die Surfer behaupten ja, dass Salzwasser alle Wunden heilt», sagt Timon Kobel, «wir Biker fühlen uns da eher dem Dreck verbunden.» Timon Kobel hat den Bike Park mit aufgebaut und ist Vorstandsmitglied der Dirt Castle Crew.

Hammerpark

Hammerpark

Ramon Hunziker fährt mit der Kamera über den Hammerpark. Vor ihm fährt Christian Räber.

An der Saisoneröffnung spielt das Wetter nur mässig mit. Der schwache Nieselregen hält die Biker zwar nicht vom Fahren ab – «starker Wind wäre schlimmer», erklärt Timon Kobel, «weil er die Flugbahn der Sprünge beeinflusst» – aber Kletterer sind nur spärlich aufgetaucht. «Wir dachten am Morgen noch, dass Klettern aufgrund des Regens gar nicht möglich sein wird», erklärt Kobel, «daher sind wohl auch die Leute ausgeblieben.»

Park für Anfänger und Profis

Biker jedoch sind ein paar Dutzend unterwegs. Angereist aus Bern, Zürich, oder, wie Christian Räber, aus Bremgarten. «Wir, die es ernster meinen, kennen uns eigentlich alle untereinander», erklärt Räber. «Ernster meinen», das heisst für ihn, möglichst jeden Tag trainieren. Viele der Biker engagieren sich auch sonst für ihren Sport. So auch Christian Räber, selbst Mitglied der Dirt Castle Crew und beteiligt am Aufbau des Parks. «Der Nachwuchs ist uns auch sehr wichtig. Darum ist das ‹Dirt Castle› auch so aufgebaut, dass Anfänger und Profis gleichermassen hier fahren können.»

Neben den Bikern sind am Sonntagnachmittag auch einige Fotografen mit eindrücklich grossen Objektiven unterwegs. Fast scheint es, als ob sich die Biker ihre besten Sprünge just für die Schanze aufsparen, an denen einer der Fotografen gerade steht. Ihnen Eitelkeit zu unterstellen wäre dann aber doch falsch. «Was mich antreibt, ist ein gewisser Ehrgeiz und natürlich auch der Adrenalinkick», sagt Christian Räber und rückt sich seinen hellblauen Helm zurecht. «Es gibt kein besseres Gefühl auf der Welt, als wenn du wochenlang einen Trick geübt hast und er dir dann endlich gelingt.»

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