Patrick Fischer (48, GLP) hatte mit viel Herzblut dafür gekämpft, dass die Bezirksschule Fahrwangen nicht spätestens im Sommer 2022 geschlossen werden muss, wie dies der Kanton entschieden hatte. Fischer hatte gehofft, dass die Seetaler auf juristischem Weg gegen den entsprechenden Entscheid des Regierungsrates vorgehen würden. Doch jetzt verweigerten ihm selbst diejenigen die Unterstützung, die ein Interesse an der Erhaltung der Bez Fahrwangen haben müssten: Der siebenköpfige Vorstand der Kreisschule Oberes Seetal (KSOS) beschloss einstimmig, den regierungsrätlichen Schliessungsentscheid «widerwillig zu akzeptieren», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Der Kreisschule gehören Fahrwangen, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Bettwil an.

Patrick Fischer zog die Konsequenzen aus diesem Entscheid. Laut Medienmitteilung erklärte er mit sofortiger Wirkung den Rücktritt als Präsident der Kreisschule. Er bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gefunden wird und hofft, dass dies bis spätestens Ende des Schuljahres (Ende Juli) der Fall sein wird. Fischer erklärt zu seinem Rücktritt: «Für die nächsten Aufgaben braucht es jemanden, der voll und ganz hinter der neuen Strategie steht. Für mich stimmt der Entscheid so nicht. Ich hätte mir Solidarität für die Region gewünscht.»

Künftig wird es im Seetal nur noch in Seengen und Seon Bezirksschulen geben. Also nur noch zwei statt drei. «Für das Obere Seetal ist dies ein harter Schlag, der die Attraktivität der gesamten Region unnötigerweise schwächt und für viele betroffene Eltern und die Gemeinden Mehrkosten bringen wird, ohne dass an anderer Stelle ein Mehrwert entsteht», heisst es in der Medienmitteilung.

Statt auf juristischer Ebene gegen den Schliessungsentscheid zu kämpfen, will der KSOS-Vorstand nun die Ressourcen einsetzen, damit ein bestmöglicher Übergang gewährleistet werden kann. «Wie dieser genau aussehen wird, müssen nun die Gespräche zeigen, die in nächster Zeit mit den beiden neuen Standortgemeinden Seengen und Seon geführt werden», heisst es. Zu klären ist auch die Frage, was mit dem ab 2022 freiwerdenden Schulraum in Fahrwangen geschehen wird. Die KSOS betreibt in Meisterschwanden und Sarmenstorf Sek- und Realschulen.

Fischer bleibt Gemeindeammann von Fahrwangen. An der alles entscheidenden KSOS-Sitzung musste er gegen seinen Willen – im Auftrag des Gemeinderates Fahrwangen – für die Einstellung des Kampfs für die Bez stimmen. Das lässt sich aus der Einstimmigkeit ableiten. (uhg)