Das Bezirksgericht Lenzburg hat am Freitag Rechtsanwalt Roland Padrutt zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. 

Während der Strafuntersuchung gegen ihn war die Villa Malaga im August 2011 mit einer sogenannten Grundstücksperre belegt worden, um einen Verkauf zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt gehörte das herrschaftliche Anwesen an der Schützenmattstrasse 7 in Lenzburg einer vom Rechtsanwalt kontrollierten GmbH. Dieser hatte sie von der Stadt Lenzburg Ende 2010 gekauft und wollte seine Anwaltskanzlei hierher verlegen.

Jetzt ist das Bezirksgericht Lenzburg dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt, die Villa Malaga per sofort einzuziehen und zu verwerten. Das heisst, die Liegenschaft soll so schnell wie möglich verkauft oder versteigert werden, damit mit dem Erlös wenn möglich die vielen, vom Gericht gutgeheissenen Zivilforderungen von ehemaligen Klienten und die Verfahrenskosten gedeckt werden können.

Es ist allerdings kaum davon auszugehen, dass die aus Erbengemeinschaften und Stockwerkeigentümergemeinschaften stammenden Gläubiger Padrutts Geld sehen werden. Auf dem Grundstück lasten diverse Bauhandwerkerpfandrechte, die zuerst befriedigt werden, wenn die Villa Malaga unter den Hammer kommt.

Pfandgläubiger haben zu diesem Zweck eine sogenannte Spezialliquidation der Villa Malaga GmbH angestrengt, nachdem der Konkurs über die Gesellschaft mangels Aktiven eingestellt worden war. Ein Bankenschuldbrief dürfte hinzukommen.

Die Villa Malaga steht seit über zwei Jahren leer und verlottert. Das Konkursamt Aargau hat letzte Woche Mobiliar verkauft, das angeblichen Mietern gehörte. Solche wurden in Lenzburg allerdings nie gesehen.