Grossrat
Bezirk Lenzburg: Maya Bally Frehner neue BDP-Grossrätin

Die SVP bleibt im Bezirk Lenzburg mit 4 von 12 Sitzen stärkste Kraft. Die SP behält trotz Niederlage 2 Sitze. Je einen Sitz halten nach wie vor FDP, CVP, EVP, GLP, Grüne und BDP. Die BDP ist neu mit Maya Bally Frehner in Aarau vertreten.

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Maya Bally Frehner

Maya Bally Frehner

Emanuel Freudiger

Stabilität war Trumpf bei den Grossratswahlen im Bezirk Lenzburg: Die Sitzverteilung unter den Parteien bleibt gleich und alle elf wieder antretenden Grossräte wurden bestätigt. Das Lenzburger Dutzend voll macht die Hendschiker Schulpflegepräsidentin Maya Bally Frehner von der BDP, die ihren bisherigen Parteikollegen Christian Sprenger aus der gleichen Gemeinde ersetzt.

Bei den Parteistärken gibt es mit der SP um die aktuelle Grossratspräsidentin Kathrin Scholl-Debrunner eine klare Verliererin. Am meisten zugelegt haben die Freisinnigen, die erstmals seit 2011 wieder auf Position 2 zu finden sind, und die Grünliberalen, die dank einem Zuwachs von 1,5 Prozent auf den vierten Rang vorgerückt sind.

Freisinnige als Pukelsheim-Opfer

Jeanine Glarner als wiedergewählte Freisinnige sowie als kantonale FDP-Wahlkampfleiterin strahlte gestern im Grossratsgebäude, doch ausgerechnet die Sitzverteilung im eigenen Bezirk trübte die Freude.

Hier wurden die Freisinnigen wie bei den letzten Wahlen vor dreieinhalb Jahren Opfer des Pukelsheimverfahrens: «Das werden die Wähler nicht verstehen, dass wir mit einem höheren Wähleranteil als die SP wieder nur einen Sitz bekommen und die SP deren zwei», haderte Glarner mit dem eigenartigen Wahlverfahren.

Die Powerfrau aus Möriken-Wildegg liess sich die Freude über «das Comeback der FDP» nicht nehmen und attestierte auch der Lenzburger Bezirkspartei Aufbruchstimmung: «Mit der neuen Führung spürt man hier frischen Wind.»

«Opfer» von Pukelsheim wurde bei den Freisinnigen der erst Anfang Jahr zur Partei gestossene Boniswiler Gemeindeammann Gérald Strub, der mit deutlichem Rückstand auf Glarner und deutlichem Vorsprung auf den Rest der Liste Platz 2 belegte.

G LP will aus Stadt heraus

Zweite Siegerpartei sind die Grünliberalen, die sich im engen Rennen um den Sonnenplatz hinter den drei Grossparteien des Bezirks (SVP, FDP, SP) auf den ersten Rang hinter dem Podest vorschoben. «Mit unserem konsequenten Setzen auf Sachpolitik haben wir vor allem in der Stadt Lenzburg bisher Erfolg gehabt», hielt Bezirksparteipräsident Beat Hiller fest und blickte bereits in die Zukunft: «Jetzt müssen wir noch mehr in die Breite gehen und auch ausserhalb der Stadt Lenzburg aktiver werden.»

Parteiintern blieb Hiller hinter der bisherigen Grossrätin Barbara Portmann zweiter Sieger. Die Wiedergewählte freute sich über das Vertrauen der Wähler und insbesondere über das siebthöchste Ergebnis in der Stadt Lenzburg: «Ich habe mich stark eingesetzt; sei es mit Vorstössen oder etwa beim Lenzburger Familienzentrum.»

Im Gegensatz zu den meisten Prognosen konnte die SVP als nach wie vor deutlich stärkste Partei ihren Bestand wahren und gehört so auch zu den kleinen Gewinnern: «Mit unserem minimen Wähleranteil-Verlust können wir mit dem Wahlausgang zufrieden sein», hielt Bezirksparteipräsident Rolf Jäggi schon am frühen Nachmittag im Grossratsgebäude fest.

Mit dem angestrebten fünften SVP-Sitz wurde es nichts. Dieser wäre an den Egliswiler Gemeindeammann Jäggi gegangen, der hinter dem Bisherigen-Quartett auf den ersten Ersatzplatz kam.

Zitterpartie für die Kleinen

Für die restlichen vier Einervertretungen des Bezirks Lenzburg war der Wahlnachmittag eine Zitterpartie. Es musste auf die Resultate des letzten Bezirks (Baden) und die Auswertung durch den «doppelten Pukelsheim» gewartet werden.

«Ich bin froh, den Sitz wieder geschafft zu haben», war Trudi Huonder die Erleichterung anzusehen. Im Gegensatz zu den Stammlanden hat die CVP im Bezirk Lenzburg ihren Anteil halten können. Huonder führt dies auch auf den intensiven Wahlkampf zurück, den vorab die Spitzenkandidatinnen bis zuletzt betrieben haben: Am Freitag und sogar am Samstag war man noch auf den Strassen unterwegs, um um Stimmen zu weibeln.

«Mit dem Ergebnis im Bezirk bin ich zufrieden», hatte gestern auch die Grüne Irène Kälin zwei Seelen in ihrer Brust. Als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz war sie natürlich nicht angetan vom Einbruch im Kanton.

Gross war natürlich die Freude bei der einzigen neuen Lenzburger Grossrätin, der BDP-Vertreterin Maya Bally Frehner. «Wir haben erwartet, dass die Ausmarchung zwischen mir und Fredi Siegrist stattfindet», schildert die Hendschikerin die Ausgangslage: «Nun habe ich es um knappe 49 Stimmen geschafft.»

Sie werde sich im Parlament schwerpunktmässig um die Bereiche Bildung und Wirtschaft kümmern und die Hendschiker werden auch beruhigt: «Ich habe mein berufliches Engagement bereits so reduziert, dass ich weiterhin Schulpflegepräsidentin bleiben werde.»

Blaues Auge bei der SP

Ratlosigkeit herrschte gestern bei der SP, die auf einem historischen Tiefstand gelandet ist. «Wir haben unser Ziel klar nicht erreicht und nun müssen wir die Durchmischung unserer Liste genau analysieren», so Bezirksparteipräsident Michael Künzler: «Kommunales Engagement lohnt sich», sei eine erste Erkenntnis. Die SP ist mit einem blauen Auge davongekommen und hat weiter zwei Sitze - Pukelsheim sei Dank.

Gewählt sind folgende Kandidaten (ausser BDP alle bisher):

SVP (4 Sitze; unverändert): Pascal Furer (5132), Hans Dössegger (4875), Maya Frey (4795), Alois Huber (4477)

SP (2 Sitze; unverändert): Kathrin Scholl-Debrunner (3326), Beatrice Beck-Matti (2685)

FDP (1 Sitz; unverändert): Jeanine Glarner (3330)

EVP (1 Sitz; unverändert): Esther Gebhard-Schöni (2205)

Grüne (1 Sitz; unverändert): Irène Kälin (1943)

glp (1 Sitz; unverändert): Barbara Portmann-Müller (1979)

CVP (1 Sitz; unverändert): Trudi Huonder-Aschwanden (1614)

BDP: (1 Sitz; unverändert): Maya Bally Frehner (1504) (neu)