Seengen

Bez mit Geschichte: «Die Schule ist gut im Dorf verankert»

Klassenfoto mit Seenger Bezirksschülern aus dem Jahr 1899 mit Lehrer Heinrich Häfeli am rechten Rand.

Klassenfoto mit Seenger Bezirksschülern aus dem Jahr 1899 mit Lehrer Heinrich Häfeli am rechten Rand.

Die aktuell Verantwortlichen und die ehemaligen Schüler sind stolz auf die 150-jährige Geschichte der Bezirksschule Seengen.

Ausgerechnet zum 150. Geburtstag zeigt sich die Jubilarin verhüllt. Das Seenger Bezirksschulhaus, heute in der Gemeinde offiziell als «Schulhaus Nummer 1» bezeichnet, wird gegenwärtig einer umfassenden Sanierung unterzogen und verbirgt sich deshalb hinter Planen.

Doch gefeiert wird in erster Linie die Institution und nicht ein Gebäude. Am 2. Mai 1864 fanden – streng getrennt – die Aufnahmeprüfungen für die Bezirksschule und die Mädchenfortbildungsschule statt. 45 Schüler aus den Gemeinden Seengen, Boniswil, Fahrwangen, Leutwil und Tennwil, sowie 18 Mädchen, abgesehen von einer einzigen Ausnahme alle aus Seengen, schafften den Sprung an die neue Bildungsstätte.

Grosse Verbundenheit

Am Tag der Schulhauseröffnung, dem 20. Mai 1864, wurden bereits die ersten Lektionen erteilt. Zehn Jahre später beschloss die Bezirksschulpflege, die Mädchenfortbildungsschule in die Bezirksschule zu integrieren.

Inzwischen haben Generationen von Kindern die Bezirksschule Seengen absolviert. Viele bleiben ihrem Vor-Gymi im Erwachsenenleben durch die Mitgliedschaft im Verein ehemaliger Bezirksschüler Seengen (VEBS) treu. Nicht zufällig findet die Generalversammlung im Umfeld des Jubiläums statt.

Aktuell, nach der Umstellung auf das 6/3-Schulmodell, werden an der Bezirksschule Seengen rund 140 Schüler aus sechs Gemeinden von total 22 Lehrkräften in sechs Abteilungen unterrichtet. Ein zusätzliches kleines Jubiläum: Genau vor zehn Jahren wurden erstmals alle Klassen doppelt geführt.

«Positives gegen aussen zeigen»

Den Stolz auf ihre Seenger Bez kultivieren nicht nur die Ehemaligen an ihren Treffen, sondern auch die aktuellen Verantwortlichen. Die anderthalb Jahrhunderte alte Schule funktioniert reibungslos und ist bestens in die Gesamtschule integriert.

Das 150-Jahr-Jubiläum ist deshalb für den Gesamtschulleiter Urs Bögli ein guter Anlass, die Öffentlichkeit über die Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten: «Wir möchten positive Akzente gegen aussen zeigen.» Der Jahrestag soll gefeiert werden. «Und zwar mit der gesamten Schule.» Aus diesem Grund gibt es bei den offiziellen Anlässen (vgl. Box) keine Beschränkung auf die Bezirksschule.

Den Willen, diesen aussergewöhnlichen Geburtstag entsprechend zu feiern, hat Oberstufenleiter Theo Wyss auch bei seinen Lehrerkollegen festgestellt: «Mit viel zusätzlichem Aufwand beteiligte sich das Kollegium an der Vorbereitung.» Zu erwähnen ist da etwa der speziell formierte Lehrerchor für den öffentlichen Unterhaltungsabend morgen Freitag und die umfangreiche Festschrift, die breit gestreut wurde.

Zumindest mentale Unterstützung bekommt die Lehrerschaft auch von aussen: «Die Verankerung unserer Schule im Dorf ist gross», freut sich Wyss. Die Leute wüssten, dass «hier viel läuft». Der Stufenleiter meint damit die grosse Offenheit der Schule und windet seinen Kollegen ein Kränzchen: «Die Lehrer sind hier stets offen für zukunftsorientierte Lösungen.»

Die Pionier- oder Vorreiterrolle etwa bei der externen Schulevaluation (immer mit besten Noten), beim kooperativen Lernen, dem Modell «Lernort Pavillon» (az vom 25. September) oder der Begabtenförderung mit dem «Einstein» sei jedoch «nur möglich dank einer immer kooperativen Schulpflege», so Wyss. «Hier besteht ein grosses Grundvertrauen», ergänzt Schulleiter Bögli.

Und die Bezirksschule ist hier ins Gesamtbild Schule eingebunden. «Wir sind Teil des Ganzen und führen kein Eigenleben», hält Theo Wyss fest und verweist auf die Besonderheit, dass in Seengen alle Schulstufen auf einem Campus vereint sind.

Diese Integration ist vielleicht ein Argument, wieso an der Seenger Bez bei den Lehrkräften eine sehr geringe Fluktuationsrate zu beobachten ist: «Das zeugt von einer grossen Arbeitszufriedenheit», so Schulleiter Bögli.

Standort von Bestand

Aus all diesen Gründen ist man in Seengen überzeugt, dass beim Bezirksschul-Jubiläum nicht nur mit Stolz auf die lange Geschichte zurückgeblickt, sondern auch mit Vertrauen in die Zukunft geschaut werden kann: «Wir sind überzeugt, dass unser Schulstandort von Bestand ist», verströmt Stufenleiter Wyss Zuversicht.

In wenigen Jahren, so will es der Kanton, werden die Seetaler Bezirksschulstandorte hinterfragt. Da nutzen die Seenger Verantwortlichen die Chance des 150-Jahr-Jubiläums gerne, den Oberstufenstandort Seengen in eindrücklicher Weise zu präsentieren.

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