Dürrenäsch

Betreutes Wohnen: Aus dem Bürgerheim wird das Höchweidhus

Am Tag der offenen Tür konnte die Bevölkerung das sanierte Bürgerheim besichtigen

Nach einem Jahr Bauzeit erstrahlt das ehemalige Bürgerheim, im Besitz der Gemeinde, in neuem Glanz. Das Haus, 1949 niedergebrannt und wieder aufgebaut, bot lange Zeit Angestellten in der Landwirtschaft, die keine Familie hatten, einen Lebensabend. Nun steht es Personen offen mit einer Suchtvergangenheit, ob Alkohol oder andere Drogen, Menschen mit einer leichteren Behinderung oder mit einer psychischen Erkrankung. Kurz: Leute, die nicht autonom wohnen können oder wollen. Auch Obdachlose.

«Neu gibt es einen Treppenlift, aber rollstuhlgängig ist das Haus nicht», sagt der zuständige Gemeinderat Werner Schlapbach am Samstag, dem Tag der offenen Tür. Und das Haus hat, dem Flurnamen entsprechend, einen neuen Namen: Höchweidhus, mit Blick ins Seetal und die Innerschweizer Berge.

Vater und Tochter als Pächter

Die Pächter – Iris Hintermann führt das Heim, ihr Vater Hansjörg und Bruder Martin leiten den Landwirtschaftsbetrieb – ermöglichen Synergien. So hilft Anita, die Mutter der Heimleiterin, bei Bedarf im Heim mit, derweil Personen, die im Heim wohnen, auf dem Landwirtschaftsbetrieb mithelfen können.

Iris Hintermann ist Fachfrau Gesundheit. Sie hat vier Angestellte, darunter eine ausgebildete Köchin. «Zurzeit leben neun Personen zwischen 40 und 77 hier, vier Frauen und fünf Männer», sagt die Heimleiterin. Vollpension, Wäschebesorgung und Nachtbetreuung inbegriffen. Für die Zeit der Renovation musste der Betrieb «heruntergefahren» werden. Angestrebt wird eine volle Auslastung: 16 Personen.

720 000 Franken genehmigte die Gemeindeversammlung im Sommer 2015 für die Sanierung des Bürgerheims, 220 000 Franken für die Überholung des separat verpachteten Landwirtschaftsbetriebs. «Es gab grössere Überraschungen beim Umbau», sagt Schlapbach. Deshalb brauchte man letztes Jahr einen Zusatzkredit von 120 000 Franken.

Was wurde denn gemacht? Eine neue Heizungsanlage – Luft-Wasser-Wärmepumpe ergänzt mit Ölheizung für Bedarfsspitzen – ein neuer Fassadenanstrich sowie der komplette Ersatz der Dacheindeckung und im Innern Anpassungen an der Grundrissstruktur im Erdgeschoss. Da ist ein grosser Gemeinschaftsraum entstanden.

Das hat Auswirkungen auf die Zimmerzahl: Es gibt nur noch zwei Doppelzimmer; die bisherigen kleinen Zweierzimmer wurden zu zwölf Einerzimmern. Ein Raum mit kleiner Küche ist neu das Büro der Heimleitung. Statt 20 bietet das Heim neu 16 Personen Platz.

Meistgesehen

Artboard 1