Tourismus
Besucher irren umher: Wo gehts hier zum Schloss Lenzburg?

Obwohl von weitherum sichtbar, gibt es Leute, die Schloss Lenzburg nicht finden. Immer wieder irren Besucher in der Stadt herum und suchen per Handy Hilfe. Ein Lieferant hat zudem das Schloss mit dem Lenzburger Gefängnis verwechselt.

Pascal Meier
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Obwohl es von weither sichtbar ist, gibt es Leute, die Schloss Lenzburg nicht finden.

Obwohl es von weither sichtbar ist, gibt es Leute, die Schloss Lenzburg nicht finden.

Chris Iseli/AZ

Schloss Lenzburg hat viel zu bieten. Alte Gemäuer, grosse Museumsbereiche, düstere Verliese und ein Café zum Ausruhen. Eine Hausnummer hat die «Lenzburg» aber nicht. Die Adresse lautet schlicht «Schloss». Eine würdige Anschrift für eine der ältesten und bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz.

Diese Adresse stellt einige Schlossbesucher aber auf die Probe – obwohl das Schloss in GPS-Geräten verzeichnet ist. Immer wieder rufen Leute auf der «Lenzburg» an und erkundigen sich beim Kundendienst nach dem Standort des Schlosses, das stolz rund hundert Meter über der Stadt thront.

Während der Sommerferien hätten sich solche Anrufe gehäuft, erzählen Schloss-Mitarbeiter. Besonders hartnäckige Hilfesuchende telefonierten mehrmals, bis sie vor der Zugbrücke standen. Der Rekord liege bei sechs Anrufen. Oft kommen diese per Handy irgendwo aus der Stadt – so jüngst von einer Lieferantin, die durch Lenzburg irrte, weil sie die Adresse des Schlosses nicht zur Hand hatte.

An der Signalisation dürfte es nicht liegen. Die Wege zum Schloss sind gut ausgeschildert. Es ist Bequemlichkeit, vermutet man auf dem Schloss. Man ruft lieber an, statt den Weg zu suchen. Schlossbesucher, die Wegweiser ignorieren, landeten auch schon auf dem falschen Hügel, dem benachbarten «Gofi», und blickten erstaunt zum mächtigen Schlosshügel hinüber. Bequem sind auch Anrufer, die sich auf dem Schloss erkundigen, wann auf dem Hallwilersee das Kursschiff bei der «Seerose» ablegt.

Dann gibt es jene, die das Schloss sehen, ihr Ziel aber dennoch verfehlen. Vor einiger Zeit schnaufte ein grosser Lastwagen auf den Schlossberg, zwängte sich um die Kurven und stoppte vor den Schlossmauern.

Der Brummi hatte zwei grosse Lüftungen geladen – diese waren jedoch für das Lenzburger Gefängnis, die Justizvollzugsanstalt, bestimmt, wie sich herausstellte. Ein paar Jahrhunderte zuvor hätten sich die armen Teufel im stickigen Schlossgefängnis wohl über etwas frische Luft gefreut.

Solche Missverständnisse, die auf der «Lenzburg» oft Verwunderung auslösen, gibt es auch auf Schloss Hallwyl. Dort tauchen immer wieder motivierte Gruppen auf, die eine Schnitzeljagd auf dem Foxtrail «Wasserschloss» gebucht haben. Nur liegt dieser Foxtrail beim Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat in Windisch, dem sogenannten Wasserschloss der Schweiz – und nicht beim Seetaler Wasserschloss.

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