Burghalde
Bereits kamen 2800 ins modernisierte Lenzburger Ortsbürgermuseum

Das modernisierte Lenzburger Ortsbürgermuseum Burghalde ist ähnlich gut gestartet wie das neue Stapferhaus. Bis Ende Jahr gibts noch Gratiseintritt.

Ruth Steiner
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Die erste Auflage von Kunst und Kulinarik am Mittag: Museumsleiterin Christine von Arx, Markus Dietiker und Frank Haemmerli, Forstdienste Lenzia (v.r.).

Die erste Auflage von Kunst und Kulinarik am Mittag: Museumsleiterin Christine von Arx, Markus Dietiker und Frank Haemmerli, Forstdienste Lenzia (v.r.).

Ruth Steiner

«Bier ist eine Erfindung der Jungsteinzeit.» Ein Raunen geht durch die Runde, als Jonas Nyffeler, Leiter der Urgeschichtswerkstatt im Museum Burghalde in Lenzburg, verrät, dass schon Steinzeitmenschen Bier gebraut haben sollen. Sein Kurzvortrag über bahnbrechende Innovationen der Jungsteinzeit kam vorgestern Mittag gut an – das anschliessend servierte meterlange Sandwich ebenfalls. «Kunst und Kulinarik über Mittag» heisst die jüngste Innovation des städtischen Museums. Der Anlass mit einer Kurzführung zu Überraschungsfunden aus der Sammlung und anschliessendem Imbiss dauert eine Dreiviertelstunde. Er steht einmal im Monat auf dem Programm, jeweils am letzten Donnerstag im Monat.

Zehn Wochen sind seit der Wiederöffnung des Museums Burghalde vergangen. Vorher war es anderthalb Jahre geschlossen gewesen und während dieser Zeit umgebaut worden. Die Lenzburger Ortsbürger haben Millionen in die Modernisierung ihres Museums gesteckt (die AZ berichtete). Museumsleiterin Christine von Arx zeigt sich hoch erfreut über den unerwartet hohen Besucheraufmarsch seit Ende September. Ein Rekordwert. «2800 Besucherinnen und Besuchern haben die Ausstellung seit der Wiedereröffnung besucht. Dieser Wert ist nicht vergleichbar mit bisherigen Zahlen», sagt sie. Ja, die modernisierte Ausstellung komme gut an beim Publikum, die vielfältigen Medien schafften einen abwechslungsreichen Zugang zu den Themen. «15'000 Jahre Kulturgeschichte am Beispiel Lenzburg zu erleben, beeindruckt schwer», stellt von Arx fest. 34 Schulklassen haben in dieser Zeit die aufgefrischte Urgeschichtswerkstatt besucht. 6 Kindergeburtstage wurden im Museum gefeiert. Dabei lernte die Geburtstagsgesellschaft, mit welchen Werkzeugen die Pfahlbauer arbeiteten.

Mehr Aufmerksamkeit als bisher erfährt auch die Ikonensammlung. Dass für die schweizweit in ihrer Form einzigartige Sammlung russischer Ikonen sozusagen ein eigenes Museum im Museum geschaffen wurde, bezahlt sich offenbar aus. «Das Ikonenmuseum lebt richtig auf», sagt von Arx.

Der spezielle Kinderpfad durch die Ausstellung mit Professor Wiesel begeistert die jungen Besucher, ebenso die Eltern. Sie können derweil ungestört die Ausstellung betrachten. Noch bis Ende Jahr ist der Museumseintritt für alle frei – ein Geschenk der Ortsbürgergemeinde Lenzburg an die Bevölkerung. Ab 2019 ist der Ausstellungsbesuch jeweils am ersten Sonntag im Monat gratis.

«50 Jahre Mondlandung»

Der Umbau und das Jubiläum der Mundartdichterin Sophie Haemmerli-Marti (sep. Text) haben die Museumsverantwortlichen im zu Ende gehenden Jahr stark gefordert. Nun will man sich keinesfalls auf den Lorbeeren ausruhen. Das nächste Spezialprojekt nimmt bereits Formen an. «2019 sind es 50 Jahre her seit der ersten Mondlandung», erklärt Museums-Sammlungsleiter Marc Philip Seidel. Er verantwortet das Jubiläumsprogramm «50 Jahre Mondlandung». Den ersten Lokalbzug und gleichzeitig die Brücke vom aktuellen zum neuen Sonderthema des Museums schlägt das Versen-Liederbuch «Stärneland» von Sophie Haemmerli-Marti.

Das Konzept von «Over the Moon» – Wissen und Staunen über unser Universum ist vergleichbar mit dem Vorgängerprogramm: Geplant ist eine Popup-Ausstellung im Museum, in der Ikonensammlung wird der russische Kosmonaut Juri Gagarin porträtiert. Er war der erste Mensch, der in den Weltraum flog. Seidel hat Kontakte zur Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geknüpft und zum Swiss Space Museum. Mondscheinwanderung und Exkursionen sind vorgesehen. «Wir sind offen für Kooperationen zum Thema Mondlandung. Vielleicht hat jemand eine Briefmarkensammlung mit Mondmotiven, die er gerne einem breiten Publikum zeigen möchte», sagt Marc Seidel. Vieles ist angedacht, noch wenig konkretisiert. Das soll sich im neuen Jahr jedoch rasch ändern.