Beinwil am See
Beinwils Verwaltung soll ins Hotel Löwen umziehen

Die Feuerwehr aus dem Dorf schaffen, die Schule ins Gemeindehaus stecken, und die Gemeindeverwaltung im Hotel Löwen einquartieren: Das ist Wunsch-Lösung des Gemeinderats von Beinwil am See auf eine Reihe von Problemen.

Michael Hunziker
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Der Löwen in Beinwil am See

Der Löwen in Beinwil am See

Es stünden in Beinwil Baustellen an, die einiges grösser seien, als man sie die letzten Monate an der «Löwen»-Kreuzung gehabt habe, eröffnete der Gemeindeammann Johannes Eichenberger die Informationsveranstaltung im Seehotel Hallwil.

Zwei mögliche Szenarien

Aber genau an jener Kreuzung liegt, wie die anschliessende Diskussion zeigte, das Kernproblem: «Der ‹Löwen› ist entscheidend fürs Dorf», führte Gemeinderat Xaver Räber aus. Man wolle keine fertigen Lösungen präsentieren, sondern die Diskussion eröffnen.

Was der Gemeinderat dann aber vorstellte, sind zwei ziemlich fixe Szenarien, die sich aus dem Grundsatzentscheid, ob der «Löwen» ein Hotel bleibt oder zum Gemeindehaus wird, ableiten lassen. Wenn es nach den Vorstellungen des Gemeindeammanns ginge, liesse sich durch die Umnutzung des «Löwen» zum Gemeindehaus, «ein Rattenschwanz von Problemen lösen».

Der jetzigen Gemeindeverwaltung würden Räumlichkeiten fehlen, Installationen und sanitäre Anlagen seinen veraltet, meinte Gemeinderätin Claudia Holliger. Beim denkmalgeschützten «Löwen» stünden grosse Sanierungen an. Er sei weder behindertengerecht, noch verfüge er über genug Parkplätze und die Zimmer seien in einem desolaten Zustand.

Die Räume der Schule seien jetzt schon voll belegt und würden sich wegen der Siedlungspolitik noch weiter verknappen. Claudia Holliger kam zum Schluss: «Wollen wir Oberstufen-Standort bleiben, müssen wir anbauen.»

Ein weiteres Pro-blem: Das Feuerwehrmagazin entspräche nicht mehr den heutigen Anforderungen. Und das Bauamt sei im ganzen Dorf verteilt. «Wir haben über zehn Standorte, an denen wir unsere Sachen lagern, ideal wären zwei», sagte Holliger.

Planungskredit für Umgestaltung

Die Lösungsmassnahmen, die der Gemeinderat so schnell wie möglich einleiten möchte, beginnen mit dem Antrag für einen Planungskredit für die Sanierung und Umgestaltung des Löwens zum Gemeindehaus, den der Gemeinderat in der Wintergemeinde 2010 vor den Souverän bringen will. Zusammen mit der Sanierung der Kanzlei und deren Umwandlung zu Schulräumen rechnet der Gemeinderat mit Kosten von fünf bis sechs Millionen Franken. Würde man sich gegen diese Lösung entscheiden und der «Löwen» bliebe ein Restaurant, müssten die Schule ergänzt und die Kanzlei neu gebaut werden. Dies käme wohl leicht teuerer.

50 Liegenschaften geprüft

Dass die Feuerwehr und das Bauamt ein neues Zuhause in der Indus- triezone Widenmatt finden sollten, sorgte in der anschliessenden Diskussion unter den Anwesenden nicht für Kontroversen. Wo man sich aber uneinig schien, war bei der Umgestaltung des «Löwen» zum Gemeindehaus.

Ob der Gemeinderat auch genügend Optionen geprüft habe, wollte man wissen. «Wir haben mindestens 50 Liegenschaften angeschaut», sagte Eichenberger und die Gemeinderätin Lucia Lanz kommentierte: «Der ‹Löwen› ist offenbar die heilige Kuh von Beinwil.»