Beinwil am See
Altersheim mit Seesicht im Schlussspurt – das Dankensberg steht vor der Vollendung

Der Neubau des Böjuer Altersheims ist beinahe fertig, in wenigen Wochen folgt die Eröffnung. Viel mehr Betten hat das Heim aber auch in Zukunft nicht, und das muss so sein.

Florian Wicki
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Neubau des Altersheims Dankensberg in Beinwil am See

Neubau des Altersheims Dankensberg in Beinwil am See

Florian Wicki

Zurzeit stehen noch Baufahrzeuge vor dem Neubau des Altersheims Dankensberg in Beinwil am See. Draussen wird der Garten und der restliche Aussenbereich des Gebäudes fertiggestellt, drinnen sind unter anderem Stromer und Geländerbauer am Werk, es herrscht geschäftiges Treiben.

Zum Schluss kommen die Maler noch einmal und machen die letzten Ausbesserungen, erklärt der ehemalige Böjuer Gemeindeammann Hans Schärer, nun Stiftungsratspräsident der Stiftung Dankensberg, die als Trägerin des Altersheims fungiert. Dann wird der Neubau gereinigt, damit er für die Eröffnung am 21. August geputzt und gestriegelt daherkommt.

Mit dem gut 14,5 Millionen Franken teuren Bauprojekt erhält das Altersheim 36 neue Zimmer, viele davon mit Seesicht, alle mit W-LAN, mehr als die Hälfte davon ist bereits vermietet. Die Nachfrage hält an, so Schärer. Trotzdem erhöht sich die gesamte Anzahl Zimmer – rechnet man die Zimmer der beiden abgerissenen Häuser weg, an deren Stelle der Neubau kommt – nur um sechs. Das hat System, erklärt Schärer: «Wir wollen klein aber fein bleiben.» An erster Stelle steht immer noch das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner, und dem sei besser gedient, wenn das Altersheim an der Qualität statt an der Quantität arbeite.

 Stiftungsratspräsident Hans Schärer freut sich auf den Neubau.

Stiftungsratspräsident Hans Schärer freut sich auf den Neubau.

Florian Wicki

Jedes Zimmer ist ein Einzelzimmer

Begonnen hat das Bauprojekt im November 2019 mit dem Aushub, Spatenstich war vier Monate vorher. Davor war erst die Idee, die bestehenden Häuser A und B nur zu sanieren, was sich aber aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs nicht gelohnt hätte: Eines der Häuser verfügte teilweise über Etagenduschen und hatte keinen Lift, beides überaus unpraktisch für ein Altersheim.

Deshalb wurden die Häuser abgerissen, machten dem Neubau Platz. Nun hat jedes Zimmer eine eigene Nasszelle. Und jedes Zimmer ist ein Einzelzimmer; laut Schärer hat man früher noch öfters Doppelzimmer gebaut, gerade für Ehepaare, die gemeinsam ins Altersheim umziehen. Das wird immer weniger gewünscht: «Wir sehen öfters Ehepaare, bei denen der Mann nach 50 Jahren Ehe das Zimmer nicht mehr seiner Frau teilen will.»

Direkter Seeblick aus dem Zimmer – Bild von Januar 2021

Direkter Seeblick aus dem Zimmer – Bild von Januar 2021

Britta Gut

Parkanlage mit Teich und Ziegenstall soll bestehen bleiben

Auch für Schärer ist die Eröffnung des Neubaus ein Meilenstein, ein Neuanfang, nach dem endlich wieder Normalität im Dankensberg eintreten soll. Zuletzt wurde das Altersheim vom Coronavirus arg getroffen, nach zwei Ausbrüchen in unterschiedlichen Gebäuden – ein Teil der Bewohner war in einem Provisorium untergebracht – verzeichnete das Altersheim acht Todesfälle im Zusammenhang mit Corona, alle in einem Gebäude, keiner im Provisorium.

Inzwischen hat sich die Lage an der Coronafront im Dankensberg beruhigt, seit längerem ist kein einziger Fall mehr aufgetreten. Schärer zeigt sich optimistisch: «Wir sind frohen Mutes für die Zukunft.»

Alles soll sich nicht ändern mit dem Neubau, für Schärer war es enorm wichtig, dass die Parkanlage mit Teich und Ziegenstall hinter dem Heim bestehen bleibt. Die käme auch bei der gesamten Bewohnerschaft überaus gut an, so Schärer. Trotzdem hätte ein Architekturbüro im Projektentwurf versucht, anstelle der Anlage eine Tiefgarage hinzupflanzen. Schärer lacht: «So wären zwar auch die Autos in den Seesicht-Genuss gekommen, aber der Park war uns viel wichtiger.»

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