Regio Feuerwehr Lenzburg
Beim Hantieren mit dem Spreizer zeigt sich: Jeder Muskel zählt

Die Regio Feuerwehr Lenzburg hat an ihrer Hauptübung in Staufen Einblick in ihr akribisches, oft schweisstreibendes Handwerk gegeben. Ausserdem zog der Kommandant ein Fazit zum Wisa-Gloria-Brand.

Markus Christen
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Die Männer krampfen, das Wasser spritzt und sprüht.

Die Männer krampfen, das Wasser spritzt und sprüht.

Markus Christen

Nicht das Spektakel eines simulierten Grosseinsatzes, sondern die akribische Detailarbeit der Feuerwehr mit ihrer minutiösen Befehlsstruktur stand im Fokus der Hauptübung der Regio Feuerwehr Lenzburg, die am Samstag beim Schulhaus in Staufen stattfand. An verschiedenen Posten konnten die rund 70 Besucher Einblick nehmen in das Routine-Handwerk der Feuerwehrsoldaten. Der Pionierzug zeigte ausserdem an einem ausrangierten Fahrzeug, wie er bei einer herausfordernden Personenrettung vorgeht.

«Das ist ein Knochenjob»

«Die Strassenrettung ist ein Knochenjob», erklärte Kommandant Roger Strebel die Tätigkeit des Pionierzuges. Zur Beweisführung lagen eine hydraulische Schere und ein hydraulischer Spreizer zum Testen bereit. Erstere wiegt 14 Kilogramm und arbeitet mit einem Druck von 65 Tonnen. Der Spreizer ist gar
18 Kilo schwer. Mit ihm galt es einen Becher zu fassen, was sich als diffizil genug herausstellte, und diesen über eine Strecke von einigen Metern zu transportieren. Wer sich an den Geräten versuchte, merkte schnell: Hier zählt jeder Muskel. Wer es gern gemütlicher angehen liess, kletterte in den Korb der Autodrehleiter und genoss in einer Höhe von 30 Metern den Blick über Staufen.

Fazit zu Wisa-Gloria-Brand

Die Regio Feuerwehr Lenzburg habe ein relativ ruhiges Jahr hinter sich, geprägt von zwei Grossanlässen, sagte Roger Strebel am Rande der Hauptübung. Im Juni wurde die Region Lenzburg von Hochwassern überrascht. Dabei geriet auch das Feuerwehrmagazin selbst unter Wasser.

Vor ziemlich genau einem Monat dann brannte es auf dem Gelände der Wisa-Gloria. Die Nachbearbeitung habe gezeigt, dass der Einsatz, bei dem fünf Feuerwehren und rund 190 Rettungskräfte vor Ort waren, sehr erfolgreich verlaufen sei, so Strebel. «Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben die richtigen Entscheidungen getroffen.»

Entscheidend sei gewesen, dass man den hinteren Teil des Geländes gleich aufgegeben habe. So habe man den ehemaligen Bürotrakt vollständig retten können. Von den insgesamt 4200 Einsatzstunden, welche die Feuerwehrleute in diesem Jahr geleistet haben, gingen rund die Hälfte auf das Konto dieser beiden Grossanlässe.