Kinderbetreuung
«Bei uns darf das Kind noch Kind sein»

Die neu eröffnete Kindertagesstätte Lenzi in Lenzburg ergänzt das Betreuungsangebot

Heiner Halder
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Demnächst stellt der Einwohnerrat die Weichen für ein Lenzburger Familienzentrum «unter einem Dach». Zum Netzwerk gehört auch der Verein Kindertagesstätte Lenzi. Er hat soeben die Betriebsbewilligung für den neu eröffneten Kinderhort an der Hallwilstrasse 3 in Lenzburg erhalten, unweit vom geplanten Standort Walkeweg.

Susanne Baumann und ihre Mitarbeiterinnen haben alle Hände voll zu tun. Soeben sind ihre kleinen Schützlinge vom Spaziergang an der Sonne zurückgekehrt. Der Aufenthalt in der freien Natur gehört zum festen Bestandteil des Tagesablaufs, mindestens zweimal. Jetzt gilt es, nochmals kurz stillzusitzen für den Fotografen. In der ehemaligen Teppichweberei der Stiftung für Behinderte hat der noch junge Verein ein ideales Refugium für seine Kindertagesstätte gefunden. Durch das einstige Schaufenster kommt viel Licht in den grossen Raum. Hier hat es Platz für viele Spielsachen, aber auch Kuschelecken für den Rückzug.

Etwas fürs Leben lernen

«Wir wollen nicht einfach Kinder hüten», sagt Susanne Baumann. Die Fachfrau für Kinderbetreuung legt Wert darauf, dass ihre Schützlinge «etwas ins Leben mitnehmen und profitieren können».

Mit einem strukturierten Programm mit klaren Zielsetzungen sollen die Kleinen durch interessante Aktivitäten und Tätigkeiten die «Regeln der Gesellschaft» kennen lernen: Respekt und Rücksicht, Toleranz, aber auch Selbstbestimmung, sich ihren Bedürfnissen entsprechend entfalten und entwickeln. Geborgenheit, Wärme und Sicherheit kommen trotzdem nicht zu kurz. Und vor allem: «Bei uns darf das Kind noch Kind sein», hält Baumann fest. Der Kindergarten wird nicht konkurrenziert. Im System Grossfamilie wird die «Lebensschule» im «Lenzi» wie beiläufig vermittelt. Der Tag beginnt um sieben Uhr früh mit dem gemeinsamen Zmorge, da werden Tischmanieren, die Hygiene mit Händewaschen und Zähneputzen sowie die Hilfe beim Auf- und Abtragen eingeübt. Das gemeinsame Mittagessen wird täglich frisch und gesund gekocht, die Kinder dürfen mithelfen, wenn sie wollen, und lernen die Lebensmittel kennen und schätzen.

Nach Mittagsschlaf und Ruhezeit geht es weiter mit Gruppenspielen oder Einzelbeschäftigungen. Und selbstverständlich wird vor 18 Uhr abends, wenn die Kinder wieder abgeholt werden, alles sauber aufgeräumt.

Auch Ausflüge gehören zum Angebot. Im Sommer gehts in die Badi, im Winter wird der Schlitten mitgenommen, mal ein Besuch bei Fauchi auf dem Schloss, mal eine Exkursion in den Tierpark Roggenhausen oder eine Schifffahrt auf dem Hallwilersee geplant. Die hohen Festtage werden gebührend gefeiert, und jetzt schon freuen sich die Betreuerinnen auf Samichlaus und Weihnacht.

Es hat noch freie Plätze

Die Kinderkrippe Lenzi deckt eine Marktlücke: Kaum ist sie eröffnet, ist die Hälfte der verfügbaren 15 Plätze bereits besetzt. Die Nachfrage ist sehr gross. Aufgenommen werden Kinder ab dem 3. Monat bis ins Schulalter, halbtags oder ganztags, täglich von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr.

Es hat also noch Plätze frei. Das Betreuungsteam setzt sich aus ausgebildeten Teilzeit-Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen zusammen. Sobald möglich, werden auch Ausbildungsplätze für die dreijährige Lehre angeboten. Die Präsenz des Vereins Kindertagesstätte an der Öffentlichkeit wird verstärkt. Susanne Baumann: «Man wird von uns noch hören und sehen».