Lenzburg
Bei Liebeskummer entstehen die schönsten traurigen Lieder

Franz Amreinund Nicolas Mieg über die Lieder auf ihrer ersten CD undden kurligen Band-Namen «Muulworf & Tongrueb».

Ruth Steiner
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Nicolas Mieg und Franz Amrein taufen als Duo «Muulworf und Tongrueb» ihre erste CD in der Taverne Leopold.Mario Heller

Nicolas Mieg und Franz Amrein taufen als Duo «Muulworf und Tongrueb» ihre erste CD in der Taverne Leopold.Mario Heller

Mario Heller

Sie haben schon in Kirchen und auf der Strasse gespielt. Sie sind in Pubs aufgetreten und haben ihre Instrumente in die Berge hinauf und in SAC-Hütten geschleppt. Und sie sind sehr selbstsicher und überzeugt von ihrer Musik. «Unsere Musik kommt an. Auch Junge bleiben stehen und die Kinder stau-nen, wenn wir auf der Strasse spielen», sagen Franz Amrein und Nicolas Mieg alias «Muulworf & Tongrueb».

Das jüngste Projekt der beiden Lenzburger ist eine CD, die erste von «Muulworf & Tongrueb». Deren Taufe ist am kommenden Mittwoch in der Bar Leopold in Lenzburg. «Uf ganz legali Art» sei ebenso entstanden, wie der Titel der CD sage, erklären Amrein und Mieg schmunzelnd. Nichts Künstliches sei es, sagen die zwei, sondern ehrliche Musik im «Wohnzimmer aufgenommen». «Die Songs sind keine heile Welt, sondern das volle Leben.» Zustande gekommen ist die CD weil «ein Sammelsurium guter Songs da war, die wir an die Öffentlichkeit bringen wollten», sagt Franz Amrein.

Kreativ aus Liebeskummer

Was sind gute Songs? Gute Frage, sagen sie und erzählen über ihr Repertoire, das ein breites Spektrum abdeckt: von melodischen Popsongs, fröhlichem Folk, zynischem Blues bis hin zu tiefsinnigen Balladen. «Wir erzählen wahre Geschichten und erfundene Wahrheiten», lachen die zwei Musiker. Themen finden sie im Alltag. Lustige Sachen könne man auf Knopfdruck machen, Trauriges hingegen weniger. «Dazu braucht es beispielsweise einen Liebeskummer», sagt Amrein, da greife es einem durchaus auch in den Nachtstunden mal zur Feder. Amrein und Mieg sprechen über die Herausforderung, zu zweit Musik zu machen, die raumfüllend sei und dem Sound einer grösseren Band entspreche. Doch, wirft Nicolas Mieg ein, wenn man etwas älter sei, fange man an beim Sound zu reduzieren, lasse dem Text mehr Raum.

Nicolas Mieg stammt aus der Lenzburger Künstlerfamilie Mieg, hat sich jedoch im Gegensatz zu seinem Bruder nicht der Malerei zugewandt, sondern sich eben der Musik verschrieben. Er verschweigt dabei aber nicht, dass er ab und zu schon auch den Pinsel in die Hand nehme. Der Sozialpädagoge in Ausbildung spielt Bass, Perkussion und ist Hintergrundsänger in der Band. Die Leadstimme gehört Personalberater Franz Amrein. In eine musikalische Familie hinein geboren, spielt er schon seit Kindsbeinen Gitarre, Schlagzeug, «Schnorregige» & Co..

Das Geheimnis des Namens

Zu guter Letzt noch dies: Wie kommen Amrein und Mieg zu ihrem witzigen Namen «Muulworf und Tongrueb»? Amrein und Mieg schmunzeln, die Frage ist schon oft gestellt worden. Wer bei «Muulworf» an das kleine mausähnliche Tier denkt, das mit seinen grossen schaufelähnlichen Händen ausgeklügelte unterirdische Tunnelsysteme baut, ist ebenso auf dem Holzweg, wie jene, die glauben, «Tongrueb» habe etwas mit einem grossen Loch zu tun. Oder doch etwa? «Wir wühlen schon, und zwar in der Tiefe der menschlichen Emotionen.» Daraus formen Amrein und Mieg Töne und Worte, die sich zu Songs entwickeln.

Nach der CD-Taufe wollen «Muulworf & Tongrueb» die Bühne in der Taverne Leopold in unregelmässigen Abständen wieder bespielen. Sie finden: «Unsere Musik passt gut ins Kleintheater.»

CD-Taufe «Uf ganz legali Art» am Mittwoch, 23. März, 20 Uhr in der Bar Leopold.