Unter dem Titel «Konfusionen» hält der britische Autor Alan Ayckbourn dem Publikum in vier Einaktern einen Spiegel vor. Den Wiedererkennungseffekt beweist das wissende Lachen der Zuschauenden. Das ist vielleicht nichts für unverbesserliche Idealisten und Romantiker. Dafür setzt der Autor Allgemeinmenschliches mit Witz in Szene.

Erhellende Situationen

Unser oft unreflektiertes Verhalten führt das Stück «Gespräch im Park» vor Augen. Die Konstellation: drei Zweierbänke – fünf Parkbesucher. Man kann sie auch im Zug antreffen: die Plauderer. Sie nerven, wenn man seine Ruhe haben will. So wechseln denn jeweils die ungewollt Angesprochenen nach kurzer Zeit ihren Platz, um sich daselbst ungefragt auszulassen über die Leute, die einem ihre Probleme zumuten.

Oder die junge Mutter im Stück «Mutterfimmel». Sie kriegt Besuch von den Nachbarn. Diese geben sich besorgt, weil man sie schon lange nicht mehr draussen gesehen hat, sie auf dem Kinderstuhl, er auf dem Schaukelpferd. Und die Mutter behandelt sie wie Kinder, bringt den unflätigen Herrn Nachbar sogar dazu, ein Glas Milch zu trinken.

In Beinwil wurde im Foyer des «Löwen» gespielt. Die Spielfreude und die Präsenz des zehnköpfigen Ensembles um Rolf Krättli aus Birrwil schaffen ein dichtes Erlebnis, zumal die Gruppe mit vielen Charakterköpfen auch ihre mimischen Möglichkeiten ausspielt, ohne sie zum Selbstzweck zu machen. Da reicht im Einakter «Das Gleiche noch mal» ein Blick der jungen Dame Richtung Körpermitte des balzenden Geschäftsmännchens in der Bären-Bar, und der Zuschauer weiss ihr Lächeln zu deuten. Der Mann geniesst die Ehe-Ferne und rechtfertigt sich: «Meine Frau ist viel glücklicher, wenn ich nicht zu Hause bin.» Nicht zu Hause, für drei Wochen, war auch der Unternehmer im Stück «Zwischen zwei Bissen», der seine Frau bei der Rückkehr ins «Da Giulietta» ausführt. Jener ist klar: Er ist fremd gegangen; darum tut er so bemüht. Da nützt auch nichts, dass er ihr die ganze Speisekarte vorliest. Als sein Angestellter mit Frau ins gleiche Lokal kommt – auch sie war drei Wochen weg – kann das Publikum sehr rasch eins und eins zusammenzählen.

Noch zehn Aufführungen

Die vier amüsanten Einakter mit Hintersinn unter der Regie von Lilly Friedrich sind bis im März noch zehn Mal zu geniessen. In den Restaurants kann man vor der Aufführung auch essen. Tickets sind erhältlich auf www.theateraberbitte.ch oder über Telefon 077 472 27 87.

Weitere Vorstellungen. Freitag, 16. Januar und Samstag, 17. Januar, je 20.15 Uhr im Restaurant Löwen in Schwarzenbach. – Freitag, 13. Februar, und Samstag, 14. Februar, je 20.15 Uhr im Restaurant Seeblick in Boniswil. – Freitag, 20. Februar, und Samstag, 21. Februar, je 19 Uhr im Restaurant Delphin in Meisterschwanden. – Freitag, 27. Februar, und Samstag, 28. Februar, je 20.15 Uhr im Restaurant Bären in Zetzwil. – Freitag, 6. März, und Samstag, 7. März (Derniere), je 20.15 Uhr im Restaurant Homberg in Reinach.