Brunegg

Bei diesem Landwirt dürfen die jungen Kälber bei ihren Müttern bleiben

Florian Reich (36) ist die artgerechte Tierhaltung wichtig. Darum trennt er auf seinem Hof in Brunegg Kälber nicht von ihren Müttern.

Neugierig blickt Soraya aus ihrem Freilaufstall auf dem Biobauernhof von Florian Reich heraus. Rund 15 Kühe sind auf dem Bauernhof der Familie in Brunegg zu Hause. Darunter Simmentaler, Tiroler Grauvieh, Original Braunvieh und einige Kreuzungen. Fünf Kühe verbringen den Sommer jedoch nicht auf dem Bauernhof, sondern auf der Alp in Glaubenberg LU, wie Florian Reich sagt.

«Ich schicke auch Kühe auf die Alp, die trächtig sind, aber erst kalbern werden, wenn sie wieder bei mir in Brunegg sind. Der 36-Jährige hat den Hof 2015 von seinen Eltern übernommen. «Sie arbeiten immer noch auf dem Hof mit», sagt Reich. Der gelernte Lastwagenmonteur hat eine Zweitausbildung als Landwirt absolviert.

Nebst der Tierhaltung betreibt Reich auf dem 20 Hektaren grossen Biobetrieb auch Ackerbau. Auf rund 13 Hektaren wachsen unter anderem Mais, Weizen, Gersten und Erbsen und Bohnen, die für Konserven bestimmt sind.

Die älteste Kuh im Stall ist 15 Jahre alt

Auf dem Bauernhof der Familie Reich wird seit 1997 nach dem Bio Suisse Label produziert. Dass die Kühe an diesem sonnigen Nachmittag im Freilaufstall und nicht draussen auf der Weide sind, hat einen Grund: «Kühe mögen es eher kühl, ihnen wird schnell zu warm», erklärt Florian Reich.

Damit sie trotzdem genügend Zeit auf der Weide verbringen, lässt sie der Landwirt in der Nacht raus. Die Tiere bewegen sich auf verschiedenen Weiden. Im Frühjahr und Herbst sind die Kühe jeweils am morgen auf der Weide. Im Winter sind die Tiere in einem ungedeckten Laufhof.

Im grossen Freilaufstall haben die Kühe derweil separate Liegebereiche. «Die Kälber können, wenn sie denn möchten, separat von den Mutterkühen in einem eigenen Kälberschlupf liegen. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit sich dem Rest der Herde anzuschliessen», sagt Reich.

Der Stall verfügt auch über einen eigenen Kälberfressplatz. Sobald Reich damit beginnt, den Kühen frisches Futter ranzuschaufeln, strecken sie ihre Köpfe durch das Gitter um die abendliche Mahlzeit einzunehmen.

«Das jüngste Kalb im Stall ist einige Wochen alt, die älteste Kuh 15 Jahre», so Florian Reich. Die Rinderviehhaltung auf dem Hof läuft unter den Vorschriften der Organisation Mutterkuh Schweiz. Für die Kälber im Betrieb heisst das, dass sie bei ihren Müttern aufwachsen. Die Ernährung der Tiere besteht hauptsächlich aus Muttermilch, Gras und Heu. Mit spätestens zehn Monaten werden sie geschlachtet.

Das Fleisch wird anschliessend als Natura Beef bio ab Hof oder über den Grosshandel vermarktet. Der Einsatz von wachstumsfördernden Zusatzstoffen, tierischen Eiweissen oder Fetten, Soja, Palmöl oder Palmfett und gentechnisch veränderten Futtermitteln sei zudem verboten. Für Reich, der den Hof seit fünf Jahren führt, ist eine Tierhaltung ohne Label kein Thema. «Artgerechte Tierhaltung ist mir wichtig», sagt er.

Das Eiersammeln läuft hier automatisch

Neben den Kühen hält Reich zusätzlich unweit vom Hof entfernt 2000 Hühner. Die Tiere leben in einem modernen, grosszügigen Stall und haben während der Vegetationszeit eine 100 Aren grosse Weide zur Verfügung. «Die Hühner legen pro Tag im Schnitt 1900 Eier», so der Landwirt. Dies sei jeweils vom Alter der Tiere abhängig.

Legen sie ein Ei in eines der vielen Nester, landet es auf dem Eierband, das unter den Nestern installiert ist. Sobald Florian Reich den Knopf im Vorraum zum Stall betätigt transportiert das Eierband alle Eier in den Vorraum, wo auch die Verpackungsstation ist.

Der Landwirt reinigt die Eier und sortiert sie grob, danach werden sie von der Maschine und an der nächsten Station mit allen wichtigen Information bedruckt. Damit sie schliesslich für den Grosshandel oder den Direktverkauf bereit gemacht werden können.

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