In Lenzburg sprudeln die Steuern nicht wunschgemäss. Zumindest nicht in dem Mass, wie es sich der Stadtrat erhofft hatte. Mit 30,6 Millionen Franken in der Steuerkasse lag man 5,6 Prozent unter dem Budget (und 2,4 Millionen Franken unter dem Vorjahr). Die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) habe sich deshalb die Frage gestellt, ob die Steuerentwicklung für das letzte Jahr nicht allzu optimistisch beurteilt worden sei, hielt GPFK-Präsident Tobias Ammann (FDP) in der Eintretensdebatte an der gestrigen Sitzung des Einwohnerrates fest. Bei der Budgetierung stützt sich der Stadtrat jeweils auf das erwartete Bevölkerungswachstum der Stadt und die Entwicklungsaussichten des Kantons.

Als Grund für das Nichterreichen wird im Rechenschaftsbericht 2016 ein stagnierendes wirtschaftliches Umfeld und die Langzeitfolgen der Teilrevision des Steuergesetzes von 2014 aufgeführt. Das sei etwas gar einfach dargestellt, monierte die SP. Auch könne man nicht einfach jedes Jahr auf neue Sondereffekte hoffen, welche eine zu optimistische Budgetierung ausbügeln wie im Vorjahr.

Das Geld ist ausgegeben. Insofern gab es an der gestrigen Sitzung des Einwohnerrats am Jahresabschluss 2016 nichts mehr zu rütteln. Im Grossen und Ganzen waren die Parteien auch zufrieden mit dem Ergebnis. Von allen Seiten wurde zwar die hohe Ausgabendisziplin gelobt. Diskussionslos genehmigt wurde der Verpflichtungskredit von 165 000 Franken für die Anschaffung einer neuen Telefonanlage. An der gestrigen Sitzung wurde zudem Murat Balci für die SVP in Pflicht genommen. Er ersetzt Simon Meyer, der weggezogen ist.