Lenzburg
Bei allem Ehrgeiz war der Spass das Wichtigste

Hunderte von kleinen aber rasend schnellen Füssen eröffneten am Samstagmittag bei herrlichem Wetter in der Kategorie Piccolo den 5. Lenzburger Lauf. Rund 450 Schüler der Regioschule Lenzburg absolvierten ihren Leistungsnachweis im Fach Ausdauersport.

Brigitte Widmer
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In der Kategorie «Familie» liefen Dutzende von Erwachsenen und noch mehr Kinder mit.

In der Kategorie «Familie» liefen Dutzende von Erwachsenen und noch mehr Kinder mit.

Brigitte Widmer

In weiteren Kategorien wie «Walking», «Jogger», «Frauen», «Männer» und «Waffenlauf» zeigten die Teilnehmer Kampfgeist; doch über allem Ehrgeiz standen Spass und Kameradschaft geschrieben.

«Wir sind in erster Linie ein Familienlauf», bekundeten Christine Wilhelm und Daniel Taubert vom Co-Präsidium Lenzburger Lauf. Das heisst, die Organisation bezahlt keine Honorare um bekannte Sportgrössen anzulocken. «Wer hier mitläuft, schätzt die Lenzburger Atmosphäre». Die Laufstrecke beginnt bei den Mehrzweckhallen der Schützenmatte und führt in Wald und Stadt und wieder zurück. Der Lenzburger Lauf, einer der az Goldläufe, glänzt durch eine besonders abwechslungsreiche Strecke von 11.6 Kilometer Länge.

Stadt-Wald-Strecken geschätzt

«Stadt-Wald-Strecken werden von vielen Läufern geschätzt», erklärt OK-Mitglied Jörg Kyburz. «Viele der Teilnehmer zeigen sich gerne und möchten nicht nur in der Anonymität des Waldes laufen». Der reine Waldlauf ist ein Segment, welches heute eher weniger gesucht ist.

Für Lenzburg spricht auch die Mischung von Volks- und Waffenlauf. Dieses bunte Bild ergibt eine spezielle Atmosphäre. Ganz abgesehen davon, dass heute aufgrund der finanziellen Tragbarkeit ein reiner Waffenlauf fast nicht mehr möglich ist. Rund hundert der tausend Läufer starten in der Kategorie Waffenlauf. Davon sind etwa zehn Teilnehmer in der RS. Bewusst wird diese Tradition in Lenzburg aufrecht gehalten. Dank der Verkürzung der Laufstrecke auf 11.6 Kilometer können die Waffenläufer zusätzlich am tags darauf stattfindenden Fricktaler Waffenlauf teilnehmen.

Durchbeissen bis zum Ziel

Der Zuschaueraufmarsch am Lenzburger Lauf war am Samstag eher spärlich. Da waren viele Mamis und Papis oder Grosseltern am Wegrand, doch die grosse applaudierende Masse blieb aus. Dagegen liefen in der Kategorie «Familie» Dutzende von Erwachsenen und noch mehr Kinder mit. Wobei nicht immer klar ersichtlich war, wer wen an der Hand bis ins Ziel mitzog!

Die Co-Präsidenten freuten sich besonders über die grosse Anzahl Schüler. Dass sie am Lauf teilnehmen, initiierte der Bezirksschullehrer Ruedi Anneler. Der Laufsport wird damit vielen Jugendlichen nähergebracht. Dabei wollen die Organisatoren nicht etwa den Spitzensport fördern, sondern gezielt den Breitensport.

«Es werden keine Läufer eingekauft, es werden auch keine grossen Preisgelder bezahlt», betont Jörg Kyburz. Abgesehen davon ist im Budget von rund fünfzigtausend Franken kein Geld für grosse Gagen vorhanden. Man ahnt, welche Beträge es bräuchte, um allein die 170 ehrenamtlichen Helfer zu entlöhnen.

Das Patronat liegt beim Satus und beim Turnverein Lenzburg. Nur mit den vielen Helfern und einer guten Planung ist der Lenzburger Lauf möglich. 2011 ist das «Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit». Co-Präsidentin Christine Wilhelm sagte stolz: «Unsere Helfer brauchen so ein Jahr nicht – sie helfen seit vielen Jahren gratis mit!»