Lenzburg-Seetal

Behörden fühlen sich «lausig behandelt»

Die Behörden fühlen sich lausig behandelt

Die Behörden fühlen sich lausig behandelt

Gemeinden der Region Lenzburg kritisierten an ihrer jüngsten Sitzung das Vorgehen des Kantons bei der Richtplanvorlage. Ohne Rückmeldung wurden alle Verkehrsanliegen zur Steuerung der Pendlermassen zwischen Seetal und der A1 aus dem Plan gestrichen.

«Wir fühlen uns hier lausig behandelt», fasste Ruedi Baumann, der Präsident des Regionalplanungsverbands, die teilweise emotional geführte Diskussion zusammen.

Wie soll der stetig wachsende Individualverkehr aus dem Seetal auf die Autobahn gebracht werden? Ob dieser Gretchenfrage für die Region Lenzburg erhitzen sich die Gemüter regelmässig. An der jüngsten Sitzung fühlte sich der Vorstand des Regionalplanungsverbandes (RPV) Lenzburg-Seetal vom Kanton durch die Ablehnung von Anliegen bei der Ausarbeitung der Richtplan-Vorlage vor den Kopf gestossen.

Eine ganze Region desavouiert

Das Traktandum5 an der Vorstandssitzung in Beinwil am See tönte harmlos, sorgte jedoch für eine in diesem Gremium selten beobachtete lebhafte Diskussion: «Kantonaler Richtplan: Wertung der Eingaben des RPV».

Nachdem Regionalplaner Thomas Meier nüchtern aufgelistet hatte, welche Eingaben in der Vorlage des Regierungsrates an den Grossrat übernommen worden sind und welche nicht, ereiferte sich als Erster der Schafisheimer Gemeindeammann Dölf Egli: «Es kann doch nicht sein, dass alle unsere Vorschläge zur Bewältigung des Verkehrs zwischen Seetal und Autobahn nicht berücksichtigt werden.»

Damit sind namentlich Optionen in Schafisheim, Seon (Nordspange) und Lenzburg (Südostumfahrung) gemeint. Statt diese Projektideen mindestens als «Vororientierung» oder gar als «Festsetzung» im Richtplan zu berücksichtigen, findet man im Entwurf lediglich den Satz, dass «der Entscheid über die Aufnahme im Richtplan zu einem späteren Zeitpunkt» erfolgen könnte.

Während sich einige Gemeindevertreter an der Unverbindlichkeit dieser Formulierung störten, brauchten andere härtere Worte: Sie seien sich «verschaukelt vorgekommen». Heinz Bürki, Gemeindeammann von Seon, hielt fest, dass man hier nicht die Einzelinteressen einer einzelnen Gemeinde gering geachtet habe: «Bei der Eingabe des RPV steht die ganze Region dahinter.»

Um die Situation zu retten, fährt der RPV mehrgleisig: Am 1.September veranstaltet man ein Forum zum Thema, an dem man speziell die Grossräte des Bezirks für die Problematik sensibilisieren will.

Eine neue eigene Lösung

Zudem erwägt man die Flucht nach vorn, indem man selbst aktiv wird und einen eigenen Vorschlag ausarbeitet. «Wir müssen das Problem gesamthaft anschauen und unvoreingenommen nach einer neuen Lösung suchen», so der Egliswiler Gemeindeammann Rolf Jäggi.

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