Niederlenz
Bausort feiert Aufrichte: Fünf Millionen Franken teure Recycling-Oase nimmt im April den Betrieb auf

Ruth Steiner
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Bei der neuen Recycling-Oase wurde gestern das freitragende Vordach montiert. In der witterungsgeschützten Zone findet die kostenlose Entsorgung statt. Chris Iseli

Bei der neuen Recycling-Oase wurde gestern das freitragende Vordach montiert. In der witterungsgeschützten Zone findet die kostenlose Entsorgung statt. Chris Iseli

Chris Iseli/Aargauer Zeitung

Marcel Amsler blickt auf eine arbeitsintensive Zeit zurück. Nebst dem Tagesgeschäft – Amsler führt gemeinsam mit seiner Frau Ursula das Lenzburger Transport-Unternehmen Häfeli AG – verantwortete er den Bau der neuen Recycling-Oase in Niederlenz für die Tochtergesellschaft Bausort AG. Ende Februar 2018 waren die Bagger an der Industriestrasse 7 aufgefahren, schon in wenigen Wochen, am 30. März, findet ein grosses Eröffnungsfest statt.

Marcel Amsler.

Marcel Amsler.

Sandra Ardizzone

Bis es so weit ist, gibt es noch einiges zu tun. Gestern Abend hat Amsler einen wichtigen Meilenstein gesetzt: Mit allen am Bau Beteiligten wurde die Aufrichte gefeiert. Für den Bauherrn ein rundum fröhliches Fest, sind doch Bauarbeiten bisher ohne grössere Probleme programmgemäss vorangeschritten. «Wir sind praktisch auf den Tag genau im Zeitplan», sagt ein zufriedener Amsler. Dieser Plan sieht nun vor, mit dem Bau des Gebäudes bis Mitte Februar abzuschliessen, damit noch genügend Zeit bleibt für die Betriebseinrichtungen.

Von Wind und Wetter geschützt können 30 verschiedene Materialien fachgerechtentsorgt werden.

(Quelle: Marcel Amsler, Projektleiter Neubau Recycling-Oase)

In den vergangenen elf Monaten ist auf dem 12 800 Quadratmeter grossen Grundstück auf der Gemeindegrenze zwischen Niederlenz und Lenzburg eine riesige Halle erstellt worden. «Für die Halle der Recycling-Oase wurden 275 Tonnen Stahl verbaut», sagt Amsler. Was passiert mit den rund 20 000 Kubikmetern Aushubmaterial? «Der A- und B-Boden werden für die Rekultivierung der eigenen Kiesgrube in Dottikon verwendet.» Die gesamten Anlagekosten für den Neubau betragen rund fünf Millionen Franken.

Die neue Entsorgungsanlage, in welcher ab April Güter kostenpflichtig und gratis abgegeben werden können, besteht aus zwei Teilen: «Das Herzstück der Recycling-Oase ist die 2000 Quadratmeter grosse Halle. Hier werden die angelieferten Materialien grösstmöglich maschinell fachgerecht sortiert.» Volumenmässig der grösste Anteil an entsorgten Gütern kommt aus der Baubranche und der Industrie. Sie werden über eine separate Zufahrt angeliefert. Mit dieser Lösung wird der Verkehrsfluss optimiert und die ruhige Atmosphäre in der Oase rund um die «Gratis-Entsorgung» angestrebt. Auf diesen Bereich ist Projektleiter Amsler besonders stolz. «Von Wind und Wetter geschützt können in Zukunft 30 verschiedene Materialien fachgerecht entsorgt werden»: vom Elektroschrott über Karton bis zu Glas, Metallen, Kleidern und Schuhen. Entlang der westlichen Hausfassade wurde dafür gestern ein neun Meter tiefes und sechzig Meter langes freitragendes Vordach montiert. Vor Jahresfrist beim Spatenstich hatte Amsler mit einem Augenzwinkern von einer «stöckelschuhkonformen Lösung» in dieser Zone gesprochen.

Hunzenschwil schliesst

Mit der Aufnahme des Betriebes in der neuen Recycling-Oase in Niederlenz wird die bisherige Anlage in Hunzenschwil geschlossen. «Am 6. April ist der letzte offizielle Sammeltag in Hunzenschwil. Die Anlage wird anschliessend zurückgebaut.» Das Grundstück wurde bereits vor Jahren verkauft. Die Mitarbeitenden in Hunzenschwil werden am neuen Standort in Niederlenz weiterbeschäftigt.