JVA
Baukran beim Gefängnis Lenzburg stellt (k)ein Risiko dar

In der Justizvollzugsanstalt Lenzburg wird gebaut. Die Sanierung der Infrakstruktur ist bereits beendet, nun wird der Neubau des Produktionsgebäudes vorangetrieben. Die Sicherheitsvorkehrungen bleiben konstant hoch.

Adrian Hunziker (Text)und Chris Iseli (Bilder)
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Umbau in der JVA Lenzburg
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Am Produktionsgebäude wird kräftig gearbeitet
Die neue Holzschnitzelheizung ist seit Herbst 2011 betriebsbereit
Der Zellentrakt wird ebenfalls saniert
Der Zellentrakt wird ebenfalls saniert
Die Zellen werden erneuert, aber nicht vergrössert
Pascal Payllier, Chef des Justizvollzugs im Kanton Aargau
Marcel Ruf, Direktor der JVA Lenzburg

Umbau in der JVA Lenzburg

Chris Iseli

Wer denkt, dass eine Baustelle die perfekte Hilfestellung leistet, um aus einem Gefängnis zu entfliehen, der irrt. «Wir haben der Baufirma aufgetragen, den Kran abends ‹festzumachen›, sodass der Arm nicht über die Mauern hinaus schwingen kann. Somit stellt der Kran kein Sicherheitsrisiko mehr dar», sagt Pascal Payllier, Chef des Justizvollzugs im Kanton Aargau. Doch zuerst musste der Bauunternehmer von den vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen überzeugt werden. «Der Bauführer wollte das nicht wahrhaben, weil er befürchtete, der Kran könnte bei einem Sturm kippen. Doch wir mussten auf diese Massnahmen bestehen», weist Marcel Ruf, Direktor der JVA Lenzburg, auf die wichtigen Sicherheitsvorkehrungen hin.

Ausserdem werden die Arbeiter kontrolliert, sowohl, wenn sie die Anstalt betreten, wie auch wenn sie diese wieder verlassen. «Jeder Handwerker und Chauffeur wird bei uns biometrisch erfasst. So würden wir merken, wenn eine andere Person die JVA verlässt als die, die hereinkam und wir gewährleisten, dass immer dieselben Handwerker kommen», so Ruf. Zusätzlich werden alle Fahrzeuge mittels Herzschlagdetektoren überprüft. Bisher gab es während der Bauphase keine Fluchtversuche.

Bitter nötige Sanierung

Es müssen auch keine Gefangenen umplatziert beziehungsweise in andere Anstalten verlegt werden. «Wenn wir die fünf verschiedenen Flügel einer nach dem anderen sanieren, werden die Gefangenen einfach in die übrigen Flügel verlegt», sagt Ruf. Da die vorhandenen Gewerbe in das neu gebaute Produktionsgebäude ausgelagert werden, verfügt die Anstalt letztlich über mehr Platz für die Gefangenen. Es entstehen neben neuen Zellen weitere Aufenthaltsräume. Durch die räumliche Umnutzung und die Sanierungsmassnahmen ist es der JVA möglich, die vom Bundesamt für Justiz vorgegebenen Mindestanforderungen für Wohn- und Freizeitflächen einzuhalten.

Ursprünglich war geplant, in der alten Kirche Freizeitflächen zu schaffen. Doch das wäre teuer geworden. «Auf die Initiative von Regierungsrat Urs Hofmann hin beschloss man, im Untergeschoss des neuen Produktionsgebäudes diese Freizeitflächen zu platzieren. So haben wir rund eine Million Franken gespart», sagt Payllier.

Die Architektur des Zellenbaus und auch der Zellen selber ist dieselbe seit 148 Jahren. Eine Sanierung der Strafanstalt ist bitter nötig. «Die Zellen werden umgebaut, um den Gefangenen die Versteck- und Missbrauchsmöglichkeiten zu unterbinden», sagt Payllier. So werden unter anderem die Fussböden mit einem widerstandsfähigen Belag ausgestattet, die vergitterten Fenster erneuert und vergrössert und die WC-Spülkästen ausserhalb der Zellen positioniert. Die Zellengrösse von 7,86 m2 bleibt aber weiterhin bestehen.

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