Lenzburg Seetal
Bauern erhalten noch mehr Geld für Verschönerungen der Landschaft

Eine Gruppe der Organisation «Lebensraum Lenzburg Seetal» hat ein Landschaftsqualitätsprojekt erarbeitet. Verschönerungsmassnahmen von Landwirten sollen ab nächstem Jahr mit zusätzlichen Direktzahlungen entschädigt werden.

Fritz Thut
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Landwirte sollen ab nächstem Jahr für Massnahmen entschädigt werden, die Landschaften wie hier im Seetal optisch aufwerten. tf

Landwirte sollen ab nächstem Jahr für Massnahmen entschädigt werden, die Landschaften wie hier im Seetal optisch aufwerten. tf

Baumgärten, die – wenn möglich mit Hochstämmern – Hänge zieren. Hecken, die Flächen gliedern. Sonnenblumen- oder Rapsfelder, die gelbe Tupfer setzen. Mohnblumen- oder Lupinenstreifen, die Ackerflächen mit Farbakzenten abschliessen. Solche und weitere Massnahmen, die von Landwirten eingesetzt werden, um dem Betrachter zu einer optischen Freude zu verhelfen, können und sollen ab nächstem Jahr mit zusätzlichen Direktzahlungen entschädigt werden.

3 Informationsveranstaltungen

3 Informierungen sind in den nächsten zwei Wochen anberaumt, um allen Interessierten, insbesondere den Landwirten, Details des Landschaftsqualitäts-Projektes in der Region Lenzburg-Seetal zu vermitteln: am Mittwoch, 27. August, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Birrwil, am Donnerstag, 28. August, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Möriken-Wildegg und am Donnerstag, 4. September, um 19.30 Uhr in der Halle 5 in Seon.

Diese Landschaftsqualitätsbeiträge sind ein neues Instrument der eidgenössischen Direktzahlungsverordnung im Rahmen der Agrarpolitik 2014–17. Mittel werden gesprochen «zur Erhaltung, Förderung und Weiterentwicklung attraktiver Landschaften», wie es das Bundesamt für Landwirtschaft auf seiner Homepage formuliert.

Regionale Kriterien nötig

Damit die zusätzlichen Gelder fliessen, braucht es vor Ort ein Projekt, das Ziele und Massnahmen definiert. Der Aargau hat diese Aufgabe an die Regionen übertragen. An seiner Sitzung vom Mai hat der Vorstand der Organisation «Lebensraum Lenzburg Seetal» einen Bruttokredit von fast 50 000 Franken für dieses Projekt gesprochen.

Eingesetzt wurde anschliessend eine Projektgruppe Landschaft, die acht Mitglieder, einen fachlichen Begleiter und verschiedene Berater umfasst. Vertreten waren neben der Landwirtschaft und den verschiedenen Unterregionen die Bereiche Forst, Naturschutz und Jagd.

Das vorläufige Ergebnis liegt nun vor und wird Interessierten in den nächsten Tagen noch erläutert (siehe Hinweis rechts). Das definitiv formulierte Projekt für die Landschaftsqualität (LQ) muss bis Ende September eingereicht werden. Nach der Prüfung und grünem Licht aus «Bern» können die Bauern aus der Region schon im nächsten Jahr Beiträge aus dem LQ-Topf erhalten.

10 Prozent von der Gemeinde

Voraussetzung dafür ist allerdings ein Beitrag der Gemeinde. Der Schlüssel sieht vor, dass 90 Prozent vom Bund, die restlichen 10 Prozent von der Gemeinde finanziert werden. Aus diesem Grund haben etliche Gemeinden bereits vorsorglich einen Betrag für diesen Zweck ins Budget des nächsten Jahres eingestellt.

Bei der Festlegung der Unterstützungskriterien orientierte sich die Projektgruppe Landschaft Lenzburg Seetal gemäss Präsidentin Gabi Lauper Richner am Muster-Massnahmenkatalog des Kantons: «Wir nahmen zusätzlich eine Priorisierung vor.»

Die Ausgangslage basierte auf einer Besonderheit des Perimeters: «In der Region Lenzburg-Seetal treffen zwei sehr unterschiedliche Landschaftstypen aufeinander.» Das Seetal mit seiner idyllischen Seeumgebung sei noch kulturlandschaftlich geprägt, während der Raum Lenzburg-Aare mit seinen dichten Verkehrsachsen und ausgedehnten Siedlungsgebieten für eine typische Agglomerationslandschaft steht.

Die Region wurde deshalb in zehn Teilräume unterteilt, für die unterschiedliche Entwicklungsziele definiert werden. Im Gegensatz zu Ökologie-Beiträgen stehen bei der LQ optische Werte im Vordergrund: «Hier wird unterstützt, was Abwechslung ins Landschaftsbild bringt und so Werte für Bevölkerung und Erholungssuchende schafft», so Lauper.

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