Stolze 1,5 Kilometer lang sind die verschlungenen Trampelpfade durch das Maislabyrinth der Hallwiler Bauernfamilie Urech. «Eine halbe Stunde muss man schon rechnen, um hier rauszufinden», sagt Oskar Urech. Einige Besucher bräuchten länger. «Bis jetzt gab es aber keine Vermisstmeldung.»

Es ist das fünfte Jahr, dass das Team des Haldenhofes ein Labyrinth im 15 000 Quadratmeter grossen Maisfeld angelegt hat. Offen ist dieses bis im September. Den Mais hatte Oskar Urech Anfang Mai gepflanzt. Als dieser ihm bis zu den Knien reichte, schnitt der Landwirt mit der Maschine Pfade ins Feld. «Andere tun dies per GPS, ich mache es nach Gefühl.» Er habe jedoch eine Strategie: Als Erstes schneidet Urech den direkten Weg vom Start zum Ziel ins Feld. Dann folgen die vielen Abzweigungen, Sackgassen und Irrwege. Einige sind fast hundert Meter lang und führen am Schluss an den ärgerlichsten Ort überhaupt: zurück an den Start. Weil Oskar Urech die Pfade nach Lust und Laune anlegt, ist das Maislabyrinth jedes Jahr eine neue Herausforderung.

Dieser Herausforderung stellen sich vor allem Gäste, die jeweils am Sonntag in der Besenbeiz vom Haldenhof einkehren oder auf dem Hof ein privates Fest feiern. Hinzu kommen spontane Besucher. Ein paar ganz mutige haben sich jüngst in der Nacht durchs Maisfeld getastet. «Auch das ist bei uns möglich», sagt Oskar Urech. Jedermann sei jederzeit willkommen – solange man das Kässeli nicht vergisst. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Franken, für Kinder ab 6 Jahren 4 Franken.

Im Maisfeld hats auch Rüebli

Im Hallwiler Maislabyrinth kommen auch wissensdurstige Besucherinnen und Besucher voll auf ihre Kosten, denn das verschlungene Wegnetz ist gleichzeitig ein Lernpfad mit Wettbewerb. In regelmässigen Abständen stösst man auf kleine, säuberlich angelegte Plätze mit landwirtschaftlichen Kulturen, darunter Weizen, Kartoffeln und Rüebli. Tafeln liefern Hintergrundinformationen zu den Kulturen. Oskar Urech will damit seinen Gästen die Landwirtschaft näher bringen. «Ich stelle immer wieder fest, dass viele Leute nicht mehr wissen, was wir Bauern tun und was bei uns alles wächst.»