Kaum sind die einen Häuser fertig, sollen schon die nächsten gebaut werden: In Fahrwangen sind auf dem früheren Bahnhofareal fünf Mehrfamilienhäuser mit 79 Wohnungen per 1. Juni bezugsbereit. Diesen Herbst soll der Spatenstich für die 24 Einfamilienhäuser im Gebiet «Hohliebi» erfolgen. Das entsprechende Baugesuch liegt zurzeit auf der Bauverwaltung in Meisterschwanden auf. Die Häuser sollen zwischen dem Ebnetweg und der Alten Bettwilerstrasse am nördlichen Dorfrand in der Wohnzone W2a gebaut werden. Diese liegt gemäss der Fahrwanger Bau- und Nutzungsordnung im landschaftlich empfindlichen Gebiet und ist für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser bestimmt.

Das Projekt sieht vor, dass auf dem 7200 Quadratmeter grossen Grundstück jeweils vier Häuser etwas näher beieinander zu stehen kommen und so insgesamt sechs Wohngruppen bilden. In den Tiefgaragen unterhalb der Wohngruppen sind 56 Parkplätze geplant. 9 Autoabstellplätze für Besucher sind oberirdisch vorgesehen. Die hellbeigen, zweistöckigen 6,5-Zimmer-Häuser haben die Grundform eines Würfels mit Giebeldächern. Sie verfügen jeweils über einen direkten Zugang in den Keller und die Tiefgarage.

Bevor die Grundeigentümerin und Bauherrin Immovesta AG aus Muri mit dem Bau beginnen kann, muss ein Wohnhaus an der Alten Bettwilerstrasse 18 abgebrochen werden. Bis im Frühling 2021 sollen die Häuser bezugsbereit sein.

Dorf hofft auf gute Steuerzahler

Die Überbauung «Hohliebi» gehört zu den grösseren Bauvorhaben in der 2070-Seelen-Gemeinde (Stand Ende 2017). «Die Gemeinde steht solchen Überbauungen grundsätzlich positiv gegenüber», sagt Gemeindeschreiberin Christine Gottermann. Jedoch müssten die baurechtlichen Abklärungen noch getätigt werden. Mit dem Bau der Einfamilienhäuser hofft das Dorf auf gute Steuerzahler.

Bis zu 80 Neuzuzüger sollen in den geplanten Einfamilienhäusern einziehen, die Überbauung auf dem Bahnhofareal soll rund 180 Neuzuzüger anlocken. Bis 2025 rechnet die Gemeinde damit, dass die Bevölkerungszahl auf 2500 steigen wird, wie im Leitbild des Dorfes steht. Zudem hat Fahrwangen noch 5,68 Hektaren Bauland. Ein weiterer Wachstumsschub sei daher zu erwarten, sagt Gottermann.

Bevölkerungswachstum bedeutet aber auch immer mehr Verkehr oder mehr Schüler. «Wir sind gerade an der Planung der Schulräume. Dabei prüfen wir auch, wie das ab 2022 leerstehende Bezirksschulhaus genutzt werden kann.» Die geplanten Einfamilienhäuser hätten sicher einen Einfluss darauf. Um die Herausforderungen des zunehmenden Verkehrs zu bewältigen, wurde vor über einem Jahr die Verkehrskommission wieder ins Leben gerufen. Beispielsweise soll sie mithelfen, die Situation rund um den Bärenplatz zu entschärfen. Insbesondere wegen der neuen Überbauung auf dem ehemaligen Bahnhofplatz wird dort mit massiv mehr Verkehr gerechnet. Da die Kreuzung auf einer Kantonsstrasse liegt, ist hier jedoch der Kanton federführend. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Sobald es das Wetter zulasse, realisiere Fahrwangen zudem die Rechtsvortrittmarkierungen, sagt Gottermann. Dies soll verhindern, dass die Autofahrer auf den Gemeinde- und Quartierstrassen zu schnell fahren.