Vor Gmeind

Bauboom machts möglich: Staufen wird ein Steuerparadies – Steuern sollen massiv sinken

Bauboom in Staufen AG. (Archiv)

Bauboom in Staufen AG. (Archiv)

Der Gemeinderat von Staufen will die Steuern massiv senken. Mehrere Faktoren machen das möglich.

Staufen ist relativ weit weg von Zürich. Und es hat keinen See. Dafür den Ruf von vielen leeren Wohnungen – was so nicht stimmt. Staufen hat trotz den vielen Neubauten nur eine Leerwohnungsziffer (Anteil leere Wohnungen am Gesamtbestand der Wohnungen) von 3,14 – was Durchschnitt ist.

Unterdurchschnittlich ist aber bereits jetzt der Steuerfuss. Und die Aussichten für die Staufner Steuerzahler sind traumhaft: Der Gemeinderat will den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte senken – von aktuell 86 auf 76 Prozent. Das beantragt er der Gemeindeversammlung vom 14. November.

Mit 76 Prozent steigt Staufen definitiv in die Liga der Steuerparadiese auf. Es wird (Stand heute) zur viertgünstigsten Gemeinde im Kanton. Hinter Oberwil-Lieli (57%), Meisterschwanden (65%) und Unterlunkhofen (75%) und vor Seengen (77%) und Oberlunkhofen (79%). Das benachbarte Lenzburg hat 105 Prozent.

Der gemeinderätliche Antrag für den Staufner Steuer-Rutsch ist umso bemerkenswerter, als sich die Exekutive vor einem Jahr noch gegen eine Senkung auf 81 Prozent gewehrt hatte, wie dies die Finanzkommission beantragt hatte. Der Souverän sprach sich damals für eine Reduktion um 3 auf 86 Prozent aus.

Wie begründet der Gemeinderat seinen jetzigen Senkungsantrag? «In Staufen wird viel gebaut und die Bevölkerung wächst. Deshalb kann auch im Jahr 2019 mit einem Zuwachs von neuen Steuerpflichtigen gerechnet werden», heisst es in einer Medienmitteilung. Neben den Mehreinnahmen könne mit geringeren Gesundheitskosten sowie niedrigeren Kosten für die soziale Sicherheit gerechnet werden. Zudem wirke sich die kostenbewusste Budgetierung aus.
Die Ausgangslage ist komfortabel: «Die Rechnung 2018 fällt voraussichtlich wesentlich optimaler als prognostiziert aus. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schulden per Ende 2018 nahezu abgebaut sein werden», so die gestrige Medienmitteilung. Trotz der Steuerfusssenkung weist das Budget 2019 bei einen Umsatz von 13 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von 225 400 Franken aus. Und, so der Gemeinderat, das Projekt Sporthalle ist auch mit den beantragten 76 Prozent finanzierbar. (uhg)

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