Am Informationsabend im Gemeindesaal Möriken herrschte nicht nur Vorfreude auf die «Banditenstreiche», deren Premiere am 3. Oktober 2015 stattfinden wird, sondern auch Wiedersehensfreude. Zahlreiche Mitwirkende der letzten Produktion «Die Herzogin von Chicago» waren anwesend, aber auch etliche neue Gesichter ergänzten die Operettenfamilie.

Die Mitgliedschaft im Verein Operette Möriken-Wildegg ist formlos: Wer an einer Produktion mitmacht, ist automatisch Mitglied. Ebenso automatisch erfolgt der Austritt, wenn man nicht mehr mitmacht.

Zur Einstimmung liess Präsident Daniel Angelini die Ouvertüre zu den «Banditenstreichen» von Franz von Suppé erklingen und erinnerte daran, dass dieses Stück bereits 1977 in Möriken aufgeführt worden war. «Schon damals bemühte man sich, relativ unbekannte Stücke auf die Bühne zu bringen», blickte er zurück. Diese Tendenz wurde in den folgenden Jahren mit Erfolg beibehalten.

Turbulente Räubergeschichte

Thomas Dietrich, bereits zum vierten Mal Regisseur in Möriken, fasste die Geschichte der «Banditenstreiche» zusammen. Uraufgeführt wurde die Operette 1867 noch als Einakter, fiel jedoch wegen der schwachen Texte gnadenlos durch. Nach dem Tode des Komponisten wurde das Stück mit zusätzlicher Musik aus seinen anderen unbekannten Operetten aufgepeppt und zum Dreiakter erweitert.

Die Handlung spielt um 1820 in einem Hafenstädtchen im Golf von Neapel. Eine Hochzeit ist geplant, doch der arme Bräutigam passt dem Vater nicht; er wünscht sich einen reichen Schwiegersohn. Ein solcher ist auf der Anreise, doch da greifen die Banditen mit ihrem Hauptmann Malandrino ein. Die Folge ist eine wirre Verwechslungsgeschichte, eine wilde Verfolgungsjagd und zu guter Letzt natürlich doch noch eine Hochzeit mit Happy End.

«Zusammen mit Dirigent Bruno Leuschner haben wir versucht, das Ganze in etwas geordnete Bahnen zu bringen und haben das Stück in zwei Akte verpackt», erläuterte Dietrich. So wird unter anderem die mitternächtliche Tarantella in ein fulminantes Finale eingebaut.

Neue Orchesterfassung

Auf Bruno Leuschner, zum dritten Mal musikalischer Leiter der Operette Möriken-Wildegg, kommt eine gewaltige Arbeit zu: Der Dirigent, Komponist und Arrangeur schreibt die Noten komplett neu und passt sie dem bestehenden Orchester an.

Die Chorproben, bei denen Bruno Leuschner von Erwin Heusser unterstützt wird, beginnen am 23. April. Insgesamt sind bis zu den Sommerferien 14 musikalische Proben geplant. Richtig ernst wird es ab 17. August, wenn die szenischen Proben auf der Bühne beginnen. Weitere Männerstimmen wären übrigens willkommen.

Alte und neue Gesichter

Etliche Solisten singen seit mehreren Jahren in Möriken: Raimund Wiederkehr als Räuberhauptmann Malandrino, Andrea Hofstetter als Lidia (Tochter des Bürgermeisters), Niggi Rüegg als Bürgermeister Babbeo, Erich Zwahlen als Gemeindeschreiber Spaccamonti, Erwin Heusser als Doktor Tondolo und Monica Angelini als Räuberbraut. Neu im Team sind Anna Gössi als Lidias Freundin Stella, Wolf H. Latzel als Lidias Bräutigam Gaetano, Matthias Meier als Bandit und gleichzeitig Regie-Assistent sowie Larissa Angelini als junger Räuber. Auch Regisseur Dietrich spielt einen Banditen. Noch nicht besetzt ist die Rolle des reichen Jünglings Lelio.

Premiere am 3. Oktober

Um Terminkollisionen mit dem jeweils am Samstag vor dem 1. Advent stattfindenden Basar zu vermeiden, findet die Premiere in Möriken erstmals bereits anfangs Oktober und nicht, wie bisher, Mitte Oktober statt. Dadurch ist auch die Derniere früher, nämlich am 21. November. Dazwischen liegen 25 unterhaltsame Aufführungen mit mitreissender Musik und tollen Kostümen.