Bauarbeiten
Bahnhof Lenzburg: Sofortmassnahmen für mehr Sicherheit

Die momentane Situation bei den Bussen ist für Busfahrer und Fahrgäste äusserst unbefriedigend. Am Montag beginnen auf dem Bahnhofplatz die Bauarbeiten für zwei zusätzliche Buskanten.

Fritz Thut
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Die Sofortmassnahmen am Bahnhofplatz Lenzburg sollen vor allem die Sicherheit der Buspassagiere verbessern.

Die Sofortmassnahmen am Bahnhofplatz Lenzburg sollen vor allem die Sicherheit der Buspassagiere verbessern.

Chris Iseli

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) halten mit dem Entwicklungstempo der Stadt Lenzburg nicht mit: Frühestens im Jahr 2020 kann die definitive Neugestaltung des Bahnhofplatzes zusammen mit der Neukonzeption des Bahnhofgebäudes an die Hand genommen werden.

Wie die Stadt und die vom Stadtrat eingesetzte Begleitkommission Bahnhofplatz gestern mitteilten, will man die aktuell missliche Situation aber sofort aktiv angehen: Bevor man für den Zeitraum von sechs bis zehn Jahren ein Provisorium ausarbeitet, starten bereits übermorgen Montag Arbeiten an Sofortmassnahmen.

Schematische Darstellung der neuen Situation am Bahnhof Lenzburg. zvg/adank

Schematische Darstellung der neuen Situation am Bahnhof Lenzburg. zvg/adank

Entflechtung der Bushaltestellen

Auf der Südseite der Bahnhofstrasse werden zwei neue Buskanten eingerichtet. Von hier verkehren künftig die beiden Linien 392 (nach Ammerswil und Dintikon) und 393 (nach Othmarsingen und Mägenwil) Richtung Stadt. «Damit können wir die Sicherheit für unsere Passagiere verbessern», ist René Bossard, der Geschäftsführer der Regionalbus Lenzburg AG (RBL) überzeugt.

Mit den neuen Haltepositionen erreicht man eine Entlastung der zu Stosszeiten notorisch überlasteten Abfahrtsstellen entlang den Bahngleisen. Die Bedenken, ob man mit der Verlegung nicht mehr Fussgängerverkehr quer über die Bahnhofstrasse und damit neue Gefahrenmomente provoziere, werden von den Verantwortlichen zerstreut: «Es gibt zwar mehr Leute, aber keine neue Situation», so Bossard.

Die auf die Busse 392 und 939 eilenden Passagiere (etwa 600 pro Tag oder 15 bis 20 Prozent des Gesamtvolumens) kommen in der Regel aus den Zügen aus Zürich und Aarau und überqueren die Fussgängerzone Bahnhofstrasse zeitgleich mit jenen Reisenden, die auf den «Seetaler» wechseln.

Die Arbeiten für die Sofortmassnahme beginnen am Montag und umfassen neben dem Bau der Buskanten die Versetzung von Kandelabern. «Wichtig ist, dass wir uns Mühe geben mit der Signalisation», so Bossard, der zudem hofft, dass die neuen Haltestellen zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember in Betrieb genommen werden können.

Parkplatzsituation überprüfen

Der RBL-Geschäftsführer ist froh, dass bald für Busfahrende und -Chauffeure eine Verbesserung erreicht werden kann; mit einer Petition an den Stadtrat hatten RBL-Mitarbeiter dies im Sommer gefordert. Von einem Planungsbüro hatte der Busbetrieb sogar einige Vorschläge ausarbeiten lassen. «Was realisiert wird, ist sicher nicht die optimale Variante», schränkt Bossard ein, wohl wissend dass eine «gute Übergangslösung mehr Zeit braucht».

Gemäss der gestrigen Mitteilung ist dies den Stadtverantwortlichen ebenfalls bewusst. Nach der Sofortmassnahme «wird es darum gehen, ein Provisorium am Bahnhofplatz einzurichten, welches weitere Verbesserungen bringen soll».

Für dieses Provisorium braucht es zuerst Abklärungen. Angedacht sind weitere Verbesserungen beim bestehenden Bushof. In diesem Zusammenhang soll auch die aktuelle Parkplatzsituation für Velos, Taxis und Autos überprüft werden. Es ist die Absicht, das Provisorium noch im nächsten Jahr umzusetzen. Angesichts der bisherigen Erfahrungen bei der Bahnhofplatzneugestaltung ist dies eine sehr optimistische Zielsetzung.

Strategische Bedeutung

Die definitive Neugestaltung des ganzen Bahnhofareals dauert noch länger, viel länger. Im Communiqué ist von «frühestens ab 2020» die Rede. Zuerst müssen die SBB wissen, wie sie die Publikums- und Gleisanlagen hier zu führen gedenken. Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass sogar die Einführung von Seetal- und Nationalbahn neu geprüft werden soll.

Einig sind sich Stadt und SBB über die «grosse strategische Bedeutung» des Bahnhofs Lenzburg. Verhandelt wird noch über die Aufteilung der Kosten, die durch den Abbruch des Projekts Loop entstanden sind.

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