Endlich haben die Lenzburger Pendler Grund zur Freude – auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis die unhaltbare Situation am Bahnhof eliminiert sein wird. «Der Stadtrat ist erfreut über die positive Entwicklung der Bahnhofsplanung», heisst es in einer am Dienstag verbreiteten Medienmitteilung.

Der Entscheid für eine zweite Personenunterführung und die direkte Einführung der Seetalbahn sei «mutig und zukunftsweisend».

Hoffnungslos überlastet

Die neue, handgestrickte Warntafel im Bereich der Unterführung auf Gleis 2 ist das letzte Indiz dafür, dass selbst die SBB erkannt haben, dass der Bahnhof nicht nur hoffnungslos überlastet, sondern auch überdurchschnittlich gefährlich ist. Hinter den Kulissen wird schon seit Jahren um einen Neubau gekämpft – respektive darum, wer was bezahlen muss. Jetzt scheint ein Befreiungsschlag gelungen zu sein. Und das nicht einmal drei Wochen nachdem der Bundesrat 192 Millionen Franken für den Ausbau des Bahnhofes Lenzburg in seine Botschaft «Ausbauschritt 2035» aufgenommen hat.

Je ein Viertel der Kosten

Eine «Funktionale Studie Verkehr» für den Bahnhof Lenzburg habe gezeigt, «dass für eine optimale Zugänglichkeit zu den Perrons eine zweite, westlich gelegene Personenunterführung sinnvoll ist», heisst es in der stadträtlichen Medienmitteilung. Aber der Bund weigerte sich, die gesamten Kosten zu übernehmen. Nach einem jahrelangen Seilziehen beabsichtigen nun Stadt und Kanton, sich je zu einem Viertel an den Mehrkosten für eine zusätzliche Personenunterführung zu beteiligen. «Beide Personenunterführungen werden wesentlich breiter als die heutige Personenunterführung», heisst es.

«Seetaler» näher beim Bahnhof

«Personenstromsimulationen zeigten zudem, dass eine Verlegung der Seetalbahn zum südlichen Perron eine Verbesserung der Umsteigebeziehungen bringt und der Verkehr auf dem zukünftigen Bahnhofplatz teilweise entflechtet wird», teilt der Stadtrat weiter mit. Das heisst, die Passagiere der Seetalbahn müssten beim Umsteigen die Bahnhofstrasse nicht mehr queren und könnten direkt auf die SBB-Hauptverbindungen wechseln. Der Preis für die bessere Lösung: Der Seetaler wird künftig regelmässig die Bahnhofstrasse queren.

Die SBB starten nun das Vorprojekt für die Gleis- und Publikumsanlagen. Die Stadt wird im Frühjahr 2019 die Entwicklung des Bahnhofareals mit Busterminal in Angriff nehmen.