Möriken-Wildegg
Baggerarbeiten erleichtern den Fischen die Reise im Aabach

Der Aabach zwischen Aare und Hallwilersee wird für Fische durchgängiger. Mit der Längsvernetzung und der Neugestaltung des Bachs will der Kanton bedrohte Arten schützen.

Barbara Vogt
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Der Aabach in Möriken-Wildegg wirdoffen gelegt. Gleichzeitig verlegt das AEW Leerrohre in den Bach. bA

Der Aabach in Möriken-Wildegg wirdoffen gelegt. Gleichzeitig verlegt das AEW Leerrohre in den Bach. bA

Mitten im Aabach steht ein Bagger. Der Baggerführer hievt damit Steine und Betonplatten umher und füllt das Bachbett mit Kies auf.

Bis vor kurzem war der Bach an dieser Stelle eine triste Betonrinne. Der glatte Grund bot den Fischen keinen Unterschlupf, und jene, die im steilen Gefälle aufsteigen wollten, mussten schon geübte Schwimmer sein. Jungfische hatten beinahe keine Chance. Beim Abstieg hatten es die Fische und Kleinlebewesen schon einfacher: Rasant rutschten sie durch die Betonröhre ab.

Weg mit alten Betonplatten

Mit der momentanen Neugestaltung des Bachs – von der Mündung Aabach-Bünz bis zur Bruggerstrasse in Möriken-Wildegg – erhalten die Fische einen natürlicheren Lebensraum. Laut Nanina Blank, Projektleiterin Wasserbau bei der Abteilung Landschaft und Gewässer, wird die Bachrinne auf 160 Meter geöffnet und aufgewertet. Die alten Betonplatten werden herausgerissen und die Pflästerung der Sohle wird entfernt. Dadurch, dass die Bachsohle auf rund vier Meter erweitert wird, gibt es mehr Platz für die natürlichen Strukturen. Die Verbreiterung sei nicht einfach gewesen, sagt Blank: «Die Verhältnisse sind sehr eng, der Bach liegt zwischen einer Häuserzeile und der Strasse.»

Die Bachsohle wird mit Schotter und Kies gestaltet. Steinfindlinge finden in unregelmässigen Abständen Platz im Wasser, und in der sogenannten Holzkrainerwand haben Fische ihre eigene Verstecke. Das Ufer wird mit standortgerechten Hochstauden und vereinzelten Sträuchern begrünt.

Gebirgsbach in Niederlenz

Auch am Aabach in Niederlenz erhalten die Fische eine natürliche Aufstiegsmöglichkeit. Bei der ehemaligen Bandfabrik bestanden durch den früheren Betrieb eines Kleinwasserkraftwerks Wanderhindernisse im Gewässer. Mit einer Blockrampe werden diese für die Tiere freundlicher gestaltet. Der Aufstieg werde so gestaltet, dass er auf einem kurzen Abschnitt an einen Gebirgsbach erinnere, so Nanina Blank.

Mit der Längsvernetzung will der Kanton den Fischen die Reise im Aabach zwischen Aare und Hallwilersee erleichtern. Einige Stellen waren für die Lebewesen unüberwindbar gewesen, sagt Blank. «Sie hatten keine Möglichkeit gehabt an ihre Laichplätze, die sich auch im See befinden, zu gelangen.» Hindernisse waren eben Kleinwasserkraftwerke von Betrieben entlang des Baches gewesen. Da seien Wehre gestanden, die die Fische kaum passieren konnten. Viele der Wehre sind inzwischen verschwunden oder im Rahmen der Längsvernetzung mit Umgehungsgewässern versehen worden. Auch bei neuen Kraftwerken müssen solche Aufstiegshilfen für Fische gebaut werden.

Die Längsvernetzung am Aabach wird Ende November abgeschlossen. Der Kanton hofft, dass durch die natürlichen Stellen wieder mehr Fische aus der Aare aufsteigen und geeignete Lebensbedingungen im Aabach vorfinden. Insbesondere gefährdete Arten, wie der vom Aussterben bedrohte Nasenfisch, sollen mit diesen Anstrengungen gefördert werden.

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