Wasserqualität
Badewasserqualität im Aargau: Hallwilersee top, Rhein wieder akzeptabel

Die starken Regenfälle im Juni hatten Auswirkungen auf die Wasserqualität der Aargauer Flüsse und Seen. Das hat eine Untersuchung des Kantons ergeben. Die Erkenntnis; kleinere Gewässer und Flüsse sind stärkeren Schwankungen ausgesetzt.

Roman Michel
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Die Hallwilerseebäder in Meisterschwanden, Tennwil und Beinwil am See werden nach neuen Richtlinien kontrolliert.

Die Hallwilerseebäder in Meisterschwanden, Tennwil und Beinwil am See werden nach neuen Richtlinien kontrolliert.

(Alexander Wagner/Archiv AZ)

An 18 Badeplätzen an der Aare, an der Reuss, an der Limmat, am Rhein und am Hallwilersee hat das kantonale Amt für Verbraucherschutz (AVS) 2013 die Wasserqualität getestet. Die Ergebnisse der diesjährigen Kontrolle entsprechen den langjährigen Erfahrungswerten für die jeweilige Badestelle.

Der bisherige Wetterverlauf in diesem Jahr bringt es mit sich, dass die genannten fünf monatlich kontrollierten Bäder zum Teil auch bei Regen und Kälte untersucht wurden.Die Erkenntnis: Im Hallwilersee blieb die Wasserqualität gut, im Rhein hingegen verschlechterte sie sich merklich, sie sank auf den schlechtesten Wert "D" ab.

Irina Nüesch, Sektionsleiterin für Trink- und Badewasser, hat eine Erklärung für diesen Tiefwert: «Kleinere Gewässer und Flüsse sind den äusseren Umständen viel stärker ausgesetzt als grosse Gewässer wie der Hallwilersee.»

Zum Baden war der Rhein zu dieser Zeit nicht geeignet. «Beim Schlucken von verunreinigtem Wasser kann es schnell zu Durchfallerkrankungen oder Entzündungen kommen», weiss Nüesch, «durch die starke Strömung und herumtreibenden Äste finden sich weitere Gefahren.»

Pünktlich zur Ferienzeit ist aber auch der Grenzfluss wieder für Badegäste zugänglich, alle Aargauer Badestellen im Rhein wurden mit der Klasse 'B' – gut – ausgezeichnet. Dem sommerlichen Badespass steht also nichts mehr im Wege.

Dank neuen Messungsmethoden versucht das AVS in den kommenden Monaten herauszufinden, warum solche Schwankung innert kurzer Zeit möglich sind. «Das ist auch für uns noch etwas überraschend», sagt Nüesch.

Proben einmal monatlich

Die Kontrollen und Beurteilungen erfolgen ab diesem Jahr nach den neuen Empfehlungen, die das Bundesamt für Umwelt im Mai 2013 publiziert hat. Sie enthalten Anpassungen an die EU-Badegewässer-Richtlinie von 2006.

See- und Flussbäder, die eine überregionale Bedeutung und eine entsprechende Infrastruktur für die Badegäste haben, werden nun nach einer strikten Terminplanung einmal monatlich von Mai bis mindestens September geprobt.

Im Aargau trifft dies zu für die Hallwilerseebäder in Meisterschwanden, Tennwil und Beinwil am See sowie die Rhein-Bäder in Kaiseraugst und Rheinfelden. Alle übrigen Badestellen werden vom AVS weiterhin ein bis zwei Mal pro Saison kontrolliert.