Lenzburg
Bäckerei Haller kommt mit einem «Management Buy-out» in neue Hände

Bei der Bäckerei-Konditorei Haller an der Aavorstadt kommt es zur Jahreswende zu einem Besitzerwechsel. Jürg und Annemarie Haller überschreiben ihren Betrieb derbisherigen Mitarbeiterin Nicole Zürcher und ihrem Partner.

Heiner Halder
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Annemarie und Jürg Haller, Corine Sutter-Zürcher und Nicole Zürcher freuen sich über den gelungenen Generationen-Wechsel. HH.

Annemarie und Jürg Haller, Corine Sutter-Zürcher und Nicole Zürcher freuen sich über den gelungenen Generationen-Wechsel. HH.

«Es ist eigentlich ein Management Buy-out», sagt Jürg Haller, der seit 43 Jahren in dritter Generation die Bäckerei als Einzelfirma führt und diese am 31. Dezember 2013 in neue Hände gibt.

Neu firmiert das renommierte Fachgeschäft als Bäckerei-Konditorei Haller AG. Das Management sind die Zwillingsschwestern Nicole Zürcher, welche als ausgebildete Konditorin-Confiseurin für diese Abteilung sowie als Ausbildnerin zuständig ist, und Corinne Sutter-Zürcher, die als Bäckerin-Konditorin als Allrounderin im Hause Haller wirkt.

Konzept wird weitergeführt

Auf einer «Stadtrundfahrt» führten Jürg Haller und Nicole Zürcher die ersten Übernahmegespräche. Der Generationenwechsel in der Geschäftsführung erfolgt nahtlos, indem das Ehepaar Haller den Wechsel begleitet: «Das Geschäft läuft gut, ein idealer Zeitpunkt, um den Übergang in den endgültigen Ruhestand einzuleiten.» So besteht kein Grund zu grundlegenden Veränderungen. Das Logo bleibt, die Mitarbeitenden ebenso – es sind 19 Personen, davon 6 Auszubildende – und auch das Konzept wird weitergeführt.

Als Bäckerei für Gross- und Kleinbrote sowie für Konditorei- und Confiserieprodukte. «Alles im Haus mit Herz, Hand und Verstand hergestellt.» Was nicht ausschliesst, dass da und dort wo nötig zeitgemässe Anpassungen vorgenommen werden.

Von perfekten Mohrenköpfen

Die Bäckerei gelangte anno 1902 in den Besitz der Familie Haller. Hans Haller-Meier erwarb das Geschäft von Arnold Brändli, einem Vorfahren der heute noch existierenden Confiserie Brändli in Aarau. Im Kaufvertrag wurde die Liegenschaft wie folgt situiert: «Sie grenzt gegen Morgen an Kupferschmied Baumann, gegen Mittag an die Strasse, gegen Abend an den Waschhausgraben, gegen Mitternacht an den Garten von Eduard Zweifel.»

Beck Haller wurde bald ein Begriff und die Liegenschaft für die grosse Familie und das blühende Gewerbe grosszügig um- und ausgebaut. 1939 übergab er die Firma seinem als Konditor im In- und Ausland aus- und weitergebildeten Sohn Hans junior. Die Familienlegende besagt, dass dieser aus Berufsstolz die «Machtübernahme» durchsetzte. Auslöser war die perfekte Mohrenkopf-Produktion.

Fahr-Bäckerei innovativer Schritt

Jürg Haller blieb der Familientradition treu, obwohl er vorerst eine kaufmännische Ausbildung genossen und seine Sporen im Gastgewerbe abverdient hatte. Wie seine Vorfahren passte auch er Laden und Infrastruktur laufend den veränderten Kundenbedürfnissen und technischen Fortschritten an, so 1988 mit dem Umbau von Backstube und Konditorei.

Ein bedeutender Schritt war 1995 die Anschaffung des fahrbaren Bäckerladens. Der «Gipfelipanzer» ist seither für Lieferant und Kundschaft ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Betriebes. Er fährt 28 Standpunkte im Stadtgebiet an, und dies täglich, insgesamt 54-mal in der Woche, rechnet Annemarie Haller vor, deren innovative Idee nachhaltig erfolgreich ist.