«Lenz in Lenzburg»
az-Fotografen zeigen den Lenzburger Frühling

Zwei Wochen lang zeigen die beiden Lenzburger az-Fotografen Emanuel Freudiger und Chris Iseli, wie der Frühling in «ihrer» Stadt Einzug hält. Den Auftakt zur Foto-Serie «Lenz in Lenzburg» macht Emanuel Freudiger mit seinem Blick auf Schloss Lenzburg.

Pascal Meier
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az-Serie «Lenz in Lenzburg»
6 Bilder
Die ersten grünen Zweige vor der Strafanstalt
Nach dem Regen wird der Fünfweiher in goldenes warmes Abendlicht getaucht. Das Lenzburger Naherholungsgebiet erwacht aus dem Winterschlaf.
Steiler Aufstieg: Auf dem «Himmelsleiterili» der Sonne oder dem Goffersberg entgegen
az-Serie «Lenz in Lenzburg» Stadtkatze Vagabundo spürt den Frühling: Sie jagt übers Pflaster; springt auf den Brunnen und lässt sich kurz streicheln.
Start der az-Serie «Lenz in Lenzburg»: So schnell gibt sich der Frühling nicht geschlagen: Am Hang des Goffersbergs trotzt Wiesenschaumkraut («Bettseicherli») dem Temperatursturz über Ostern.

az-Serie «Lenz in Lenzburg»

Chris Iseli

Sie haben hunderte Menschen fotografiert, darunter Bundesräte, Sträflinge, Popstars und Asylbewerber. Sich selbst in Szene zu setzen und dem Gegenüber keck in die Linse blicken, ist für Emanuel Freudiger (28) und Chris Iseli (32) aber ungewohnt. Immer wieder verschieben die az-Fotografen das Stativ mit dem Blitz an einen anderen Ort, legen sich bäuchlings vor den Rathaus-Brunnen und prüfen im Kamera-Sucher den Bildausschnitt.

Für einmal selber im Fokus: Die az-Fotografen Emanuel Freudiger (links) und Chris Iseli beim Selbstporträt in der Lenzburger Rathausgasse.

Für einmal selber im Fokus: Die az-Fotografen Emanuel Freudiger (links) und Chris Iseli beim Selbstporträt in der Lenzburger Rathausgasse.

AZ

Das Ziel an diesem Abend: Selbstporträts in drei Bildern, fotografiert von der Seite und frontal, inszeniert in der Altstadt von Lenzburg - in jener Stadt, in der Freudiger und Iseli wohnen und die im Zentrum der az-Serie «Lenz in Lenzburg» steht. Zwei Wochen lang werden die beiden Fotografen den Frühling in der Stadt festhalten. Die az zeigt täglich an dieser Stelle ein Foto.

Gefragt ist der «Touristenblick»

Den Auftakt macht Emanuel Freudiger mit seinem Blick vom Goffersberg auf Schloss Lenzburg. «Die regionale Fotografie ist die dankbarste Arbeit und wegen des geringeren Zeitdrucks kreativer als ein Shooting im Bundeshaus», sagt Freudiger.

Die Serie «Lenz in Lenzburg» ist eine «Carte blanche», eine Spielwiese mit viel Freiraum für die Fotografen. Diese birgt aber Gefahren: «Ich kenne Lenzburg seit meiner Kindheit und vieles fällt mir gar nicht mehr auf», sagt Emanuel Freudiger. Ähnlich ergeht es Chris Iseli, der seit zwei Jahren hier wohnt. «Wir müssen die Stadt aus der Distanz betrachten.» Gefragt sei ein «Touristenblick».

Zwei langjährige Freunde

Emanuel Freudiger und Chris Iseli haben sich vor zwölf Jahren kennen gelernt, als sie sich während der Ausbildung zum Fotofach-Angestellten über den Weg liefen. Seither sind sie Freunde - obwohl jeder über Jahre hinweg seinen eigenen Weg ging: Freudiger brauchte nach der Stifti etwas Abstand zur Fotografie und arbeitete als Handwerker. Iseli zog es als Fotograf durch die ganze Schweiz, mit Stationen beim «Wiggertaler», bei der Jungfrau Zeitung und Neuen Luzerner Zeitung. Die Fotografie führte die beiden schliesslich auch beruflich wieder zusammen: Seit zwei Jahren arbeiten Freudiger und Iseli am Fotografen-Desk im az-Mediencenter in Aarau.

Chris Iseli überlässt bei seiner Arbeit nichts dem Zufall: «Ich versuche voraus zu denken und habe schon früh das Bild im Kopf.» Freudiger hingegen geht spontaner an die Fotografie heran. Dies zeigt sich auch bei den Selbstporträts in der Lenzburger Altstadt: Emanuel Freudiger probiert mehrere Perspektiven, Chris Iseli hat sich bereits festgelegt. Am Schluss sind alle zufrieden. Und falls sich die beiden doch einmal uneinig sein sollten, hält Freudiger fest: «Das schöne an der Fotografie ist, dass man sich über Bilder streiten kann.»